Corona-Krise trübt Quartalsergebnis der Post

Roberto Cirillo
Post-Chef Roberto Cirillo. (Foto: Die Post)

Bern – Die Schweizerische Post hat im ersten Quartal 2020 ein tieferes Ergebnis als im Vorjahr erzielt. Der Konzerngewinn fällt um 46 Millionen Franken kleiner aus, das Betriebsergebnis liegt 57 Millionen unter dem Wert von 2019. Schuld sei die Corona-Krise, sagt die Post.

Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie hätten sich bereits in den ersten drei Monaten gezeigt und würden sich voraussichtlich erheblich auf das Jahresergebnis der Post auswirken, heisst es in einer Medienmitteilung vom Montag.

Die Schweizerische Post hat im ersten Quartal 2020 einen Konzerngewinn von 84 Millionen Franken erwirtschaftet und lag damit 46 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis (Ebit) im ersten Quartal betrug 115 Millionen Franken, 57 Millionen weniger als 2019.

Der Ergebnisrückgang gründet insbesondere auf zwei Faktoren: der anhaltenden Tiefzinssituation und dem damit verbundenen tiefen Zinserfolg (minus 18 Millionen Franken) von Postfinance sowie dem Mengenrückgang im Briefgeschäft (minus 5,6 Prozent) bei den adressierten Briefen. Die Paketmenge nahm im gesamten ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent zu.

Die vermehrten Bestellungen auf Online-Handelsplattformen als Folge der Corona-Pandemie waren bereits deutlich spürbar. So wurden allein im März 16,9 Prozent mehr Pakete verarbeitet als vor Jahresfrist.

Noch aus eigener Kraft auffangen
Nach ersten Schätzungen rechnet die Post für 2020 mit einem negativen Ergebniseffekt im Umfang eines dreistelligen Millionenbetrags. Allerdings handle es sich dabei um eine Hochrechnung, schreibt das Unternehmen. Exaktere Voraussagen seien wegen der sich verändernden wirtschaftlichen Lage aktuell sehr schwierig.

Den grössten Teil des negativen Einflusses auf das Betriebsergebnis (Ebit) würden der starke Briefmengenrückgang bei Postmail und die fehlenden Verkehrserträge bei Postauto ausmachen, heisst es weiter. Die Post habe sich in den letzten Jahren eine gute finanzielle Grundlage erwirtschaftet. Deshalb könne sie die negativen Effekte der Corona-Krise heute noch aus eigener Kraft auffangen.

Auch Postfinance mit rückläufigem Betriebsgewinn
Auch Postfinance hat im ersten Quartal 2020 ein deutlich tieferes Betriebsergebnis von 46 Millionen Franken nach 80 Millionen im Vorjahr erzielt. Zugelegt hat das Institut indes weiter bei den Hypothekarausleihungen.

Der Betriebsertrag nahm in der Berichtsperiode auf 389 Millionen von 432 Millionen Franken ab, wie die Muttergesellschaft, die Schweizerische Post, am Montag mitteilte. Zurückzuführen ist der Rückgang unter anderem auf die anhaltenden Tiefzinssituation, was zu einer Abnahme des Zinserfolgs um 18 Millionen Franken führte.

Per Ende März 2020 lagen die Kundenvermögen der Postfinance bei 116,2 Milliarden nach 119,1 Milliarden im Vorjahr. Das Hypothekenvolumen erreichte 6,0 Milliarden nach 5,9 Milliarden im Vorjahr. Das Institut zählte zudem 2,7 Millionen Kunden sowie 3’235 Vollzeitstellen. (awp/mc/ps)

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