Schweiz: Nachhaltiger Standort zur Metallherstellung

Stahlschrott
Das Stahlwerk Stahl Gerlafingen verarbeitet rund 800'000 Tonnen und das Werk der Steeltec in Emmenbrücke rund 700'000 Tonnen Schrott pro Jahr zu Qualitätsstahlprodukten. (Foto: Stahl Gerlafingen)

Basel – Bei der Stahl- und Metallherstellung gehört die Schweiz zu den nachhaltigsten Produktionsstandorten der Welt. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, wie der ausschliesslichen Verwendung von Stahlschrott zur Herstellung von Stahl im Elektrolichtbogenofen, einer hohen Verfügbarkeit von erneuerbaren Energieträgern und kurzen Transportwegen.

Jährlich fallen in der Schweiz rund 1.5 Millionen Tonnen Stahlschrott an. Das Stahlwerk Stahl Gerlafingen verarbeitet rund 800’000 Tonnen und das Werk der Steeltec in Emmenbrücke rund 700’000 Tonnen Schrott pro Jahr zu Qualitätsstahlprodukten. Die Schweizer Stahlwerke arbeiten bei der Herstellung von Stahl ausschliesslich mit Schrott als Vormaterial, wodurch wesentlich weniger CO2 als in der klassischen Hochofenroute emittiert wird. Insgesamt werden bei der Produktion im Elektrolichtbogenofen 78% CO2 und 72% Energie gegenüber der Erzeugung von Primärstahl, respektive dem klassischen Verfahren Hochofenroute, eingespart. Im klassischen Hochofen wird bergmännisch abgebautes Eisenerz zu Roheisen verarbeitet und anschliessend zu Stahl geschmolzen.

Wasserkraft als erneuerbarer Energieträger
Im Elektrolichtbogenofen hingegen wird mittels elektrischen Stroms ein Lichtbogen erzeugt, um den Schrott einzuschmelzen. Schweizer Stahlwerke setzen dabei auf Schweizer Wasserkraft als erneuerbaren Energieträger. So hat beispielsweise die Swiss Steel Group einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung erreicht. Ihr Stahlwerk Steeltec mit Sitz im luzernischen Emmenbrücke setzt zur Herstellung ihrer Spezialstähle ausschliesslich Strom aus Schweizer Wasserkraft ein. Mit dem Wechsel auf Strom aus schweizerischer Wasserkraft bezieht Steeltec nicht nur lokale Energie, sondern senkt die ohnehin sehr niedrigen CO2-Emissionswerte somit weiterhin signifikant. Damit setzen Schweizer Stahlproduzenten auf Nachhaltigkeit und grünen Strom und verringern ihre bereits geringen Emissionen. Beispielswiese liegen die Emissionen der Swiss Steel Group rund 78% unter dem Branchendurchschnitt.

Regionale Produktion
In der Schweiz wird von der Region für die Region produziert. Steeltec und Stahl Gerlafingen beziehen den Schrott und verarbeiten den Stahl im Umkreis von durchschnittlich 100 km zum Schrottanfall. Der Stahlschrott wird in grossen Teilen per Bahn angeliefert und mit erneuerbarer Energie aus Wasserkraft zu neuem Stahl eingeschmolzen. Durch diese Art der Beschaffung unterstützen sie die lokale Wirtschaft, halten die Transportwege kurz und reduzieren so ihren ökologischen Fussabdruck drastisch.

Diana Gutjahr, Präsidentin von metal.suisse und Mitinhaberin des Stahl- und Metallbauunternehmens Ernst Fischer AG, bedauert, dass die Bedeutung der Recyclingherstellung noch immer nicht in der Politik Fuss gefasst hat. «Wir sind als Unternehmer des gesamten Wertschöpfungskreislaufs Metalle heute aufgefordert, uns an der Dekarbonisierung der Schweizer Wirtschaft zu beteiligen. Unsere Produkte werden zu 100% über die Recyclingschiene erzeugt, angefangen vom Stahl für die Betonbewehrung, über Stahlträger und Aluminiumfenster, bis hin zu den hochwertigen Industrieprodukten der Steeltec. Wir brauchen die Hersteller in unserer Nähe, nicht nur um möglichst lokal unseren Bedarf nach Produkten zu decken. Der Standort Schweiz ist auch einzigartig, was die Logistik und den Energiemix angeht, um die Kreisläufe zu schliessen und um aus Abbruchmaterialien wieder hochwertige, neue Produkte zu produzieren. Bereits heute recyceln wir nahezu 100% unseres Werkstoffs. Für uns ist zentral, dass dies so nachhaltig wie möglich geschieht. Dies müsste auch politisch gefördert werden, statt laufend die Rahmenbedingungen für das Recycling in der Schweiz zu verschlechtern.» (metal.suisse/mc)

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