Schweizer Rohstoffsektor zählt rund 900 Händler mit knapp 10’000 Angestellten

Schweizer Rohstoffsektor zählt rund 900 Händler mit knapp 10’000 Angestellten
(Bild: © Ted007/ AdobeStock)

Neuenburg – Knapp 10’000 Menschen in der Schweiz haben 2018 bei einem der schweizweit rund 900 Rohstoffhändler gearbeitet. Am meisten davon in den Kantonen Genf und Zug, wie eine am Montag veröffentlichte Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt.

Es handelt sich um die ersten offiziellen Zahlen des BFS und des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) für den Rohstoffhandelssektor, wie das Bundesamt am Montag mitteilte. Von den geschätzten 9’881 Arbeitsplätzen der Rohstoffhändler befinden sich demnach fast die Hälfte (44%) im Kanton Genf. Weitere 21,4 Prozent sind im Kanton Zug tätig. Im Tessin (9,5%), Waadt (8,5%) und Zürich (6%) befinden sich ebenfalls verhältnismässig viele Arbeitsplätze im Rohstoffsektor. Diese fünf Kantone machen laut der Mitteilung rund 90 Prozent der Beschäftigten des Kerns, also der Händler im engen Sinn, aus.

Brennstoffhändler am häufigsten
Der grösste Teil der Unternehmen (31,3%) im Rohstoffsektor handelt mit Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen. In Genf, wo die meisten Rohstoffhändler in der Schweiz ihren Sitz haben, ist sogar die Hälfte im Brennstoffhandel tätig.

Im Kanton Zug hingegen sind die Firmen eher auf den Handel mit Metallen und Erz spezialisiert. Über die ganze Schweiz machen die Metall- und Erzhändler gut ein Viertel der im Rohstoffsektor tätigen Unternehmen aus und sind damit an zweiter Stelle. Fast jedes zehnte Unternehmen handelt zudem mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln.

Durchschnittlich 11 Mitarbeitende pro Händler
Die Unternehmen des Kerns beschäftigen im Durchschnitt elf Personen. Das ist etwas mehr als im gesamten Businesssektor (7,6%). Bei über einem Viertel der im Rohstoffhandel tätigen Unternehmen wird angegeben, dass sie keine Mitarbeiter beschäftigen. Das BFS erklärt das auf Anfrage damit, dass diese Unternehmen zwar eine Leistung erbringen, die AHV – und damit der Indikator für die Beschäftigungszahl – aber beispielsweise auf Gruppenebene oder über eine andere gruppeninterne Stelle entrichtet wird.

Unternehmensgruppen haben bei den Rohstoffhändlern allgemein eine grössere Bedeutung als bei anderen Branchen. Während in der Gesamtwirtschaft nur 4,8 Prozent der Firmen einer Unternehmensgruppe unterstellt sind, sind es beim Rohstoffhandel ein Drittel aller Firmen.

Generell gilt der Rohstoffhandel in der Schweiz als wichtiger Treiber der Wirtschaftsleistung, während seine Bedeutung als Arbeitgeber verhältnismässig klein ist.

Viele Finanzierungspartner
Das Seco hat bei seiner Erhebung nicht nur die Firmen betrachtet, die direkt im Rohstoffhandel tätig sind, sondern auch all diejenigen, die die Branche unterstützen (das sogenannte Cluster). Das kann beispielsweise sein durch Finanzierung, Beratung, Audit, Zertifizierung, Versicherung, Vermittlung von Frachtkapazität (Shipbroking), Transport- und Logistikdienste.

Mit 1’358 spezifisch den Händlern zugeordneten Beschäftigten ist die Finanzierung laut der Mitteilung eindeutig die wichtigste Unterstützungstätigkeit im Rohstoffhandel. (awp/mc/pg)

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