Valora expandiert mit Avec-Läden an Tankstellen

Valora expandiert mit Avec-Läden an Tankstellen
Die von Valora übernommenen Läden befinden sich an BP-Tankstellen in der West-, Nordwest- und Ostschweiz. (Foto: Valora)

Muttenz – Valora baut sein Filialnetz an Schweizer Tankstellen weiter aus. Mit der Übernahme von 71 Läden an BP-Tankstellen von Oel-Pool heizt der Konzern den Kampf um die Marktführerschaft im attraktiven Convenience-Segment weiter an.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbwerbsbehörde Weko erfolge die Übernahme der Läden an den BP-Tankstellen schrittweise ab April 2023, teilte Valora am Montag mit. Die Standorte seien mit langfristigen Mietverträgen gesichert und sollen künftig unter der Marke «Avec» betrieben werden. Damit wächst das Filialnetz an Schweizer Tankstellen von Valora bis Ende 2023 auf 170 Läden an.

Signifikante Synergien erwartet
Bereits im Sommer 2021 hatte der Detailhändler seinen Fussabdruck an den hiesigen Tankstellen mit der Übernahme von 39 Aperto-Läden von Moveri, der Treibstoffgesellschaft von Oel-Pool, markant vergrössert. Diese Läden wurden mittlerweile grösstenteils ins Avec-Verkaufsstellennetz überführt. Seit Längerem arbeitet das Unternehmen zudem vor allem an Standorten in der Westschweiz und im Raum Zürich mit Tamoil zusammen.

Valora-Chef Michael Mueller verspricht sich vom heute angekündigten Schritt «signifikante Synergien», unter anderem im Einkauf und bei Promotionen. «Mittelfristig wollen wir an den Tankstellen einen Umsatz von über 300 Millionen Franken erzielen», sagte er an einer Telefonkonferenz. Ausserdem soll wie in den anderen Avec-Läden das margenstarke Food-Segment weiter ausgebaut werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 erzielte die Gruppe, zu der auch Marken wie K Kiosk, Brezelkönig und Backwerk gehören, einen Aussenumsatz von 2,23 Milliarden Franken.

Schub für den Avec-Brand
Die weitere Expansion mit der Marke «Avec» bedeutet auch eine Kampfansage an die Adresse der Detailhandelsriesen Migros und Coop, die mit «Migrolino» und «Coop Pronto» ebenfalls an Verkehrsknotenpunkten, in Innenstädten und an Tankstellen aktiv sind. Ursprünglich war die Marke «Avec» im Jahr 2000 als Joint-Venture von Valora mit Migros und der SBB ins Leben gerufen worden. Nachdem sich die SBB im Jahr 2005 aus der Zusammenarbeit verabschiedet hatte, teilten Migros und Valora im Jahr 2008 die bestehenden Standorte unter sich auf. Valora erhielt die Markenrechte an Avec und die Migros setzte im Gegenzug auf das Format «Migrolino», das unter anderem dank einer Zusammenarbeit mit den Öl-Konzernen Shell und Socar an den hiesigen Tankstellen ebenfalls stark ausgebaut wurde.

Gemäss jüngsten Angaben betreibt die Migros aktuell 316 auf den kleinflächigen Detailhandel und auf Nahrungsmittel zum Sofortverzehr ausgerichtete Migrolino-Läden. Platzhirsch im hart umkämpften Convenience-Markt ist derzeit Coop, mit 320 Coop-Pronto-Shops. Mit dem Wandel der BP-Tankstellenshops sowie der Umwandlung von einigen K-Kiosk-Standorten an Bahnhöfen würde «Avec» mit 370 Läden bis Ende 2023 zumindest bei der Anzahl Filialen in diesem Segment an den beiden Branchengrössen vorbei ziehen.

Die Vorteile solcher Ladenformate für die Detailhändler sind vielfältig: Neben längeren Öffnungszeiten, viel Laufkundschaft und tendenziell höhreren Margen bietet das Format auch Experimentiermöglichkeiten für (teil-)autonomes Einkaufen bei verhältnismässig geringem Personalaufwand.

Valora-Aktien gesucht
Die Aktien von Valora legten am Montag klar zu. Analysten werten den Ausbau des margen-starken Food-Bereichs positiv. Bis zum Börsenschluss stieg die Valora-Aktie um 5,9 Prozent auf 170.00 Franken. Damit bauen die Titel ihre Anstieg seit Jahresbeginn auf gut 7 Prozent aus. Zu den Kursen bei über 270 Franken kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie ist der Abstand aber noch immer gross. (awp/mc/pg)

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