Wirtschaftsforum Schwyz diskutiert Standortfaktoren
Schwyz – Fachleute diskutierten beim 20. Wirtschaftsforum Schwyz, wie der Weg des Kantons vom Armenhaus zum Wachstumstreiber in die Zukunft fortgesetzt werden kann. Die Referierenden waren SECO-Direktorin Helene Budliger Artieda, Kühne+Nagel-CEO Stefan Paul und Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann.
ber 500 Gäste haben am 20. Wirtschaftsforum Schwyz im Mythenforum teilgenommen. „Das ist Rekord“, erklärte Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher in ihrer Begrüssung. Als Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartements ergänzte sie, dass auch in den ersten zehn Monaten des Jahres eine rekordhohe Anzahl von 745 Firmen gegründet worden sei. „So klein wir sind, so sehr können wir auch auf Inputs reagieren. Das macht uns stark – gemeinsam mit Ihnen Wirtschaftstreibenden.“
Der Wirtschaftshistoriker von der Universität Zürich, Tobias Straumann, belegte, dass dieses Vorgehen ein wichtiges Erfolgskriterium für den ehemals armen Kanton war. Ende des 18. Jahrhunderts sei die Industrialisierung in Schwyz zunächst gescheitert. „Langfristig entstanden dadurch viele Chancen“, so Straumann. Ohne eine behindernde Industrietradition war der Kanton nach dem Zweiten Weltkrieg offen für alle Wirtschaftszweige. Er bot clevere Steuersätze, reiche Landreserven und Kontingente für ausländische Mitarbeitende. Das brachte auch den Logistikriesen Kühne + Nagel nach Schindellegi. „Es braucht die Gelegenheit, aber auch den politischen Willen, darauf rasch zu reagieren“, schlussfolgerte der Historiker.
Heute trägt Stefan Paul als CEO der Kühne + Nagel International AG den Kanton Schwyz in die Welt. Der Konzern mit 30 Milliarden Franken Jahresumsatz lenkt von der Zentrale in Schindellegi mit rund 200 Fachkräften die Geschicke von knapp 100’000 Mitarbeitenden. „Und wir wollen hier die nächsten Jahrzehnte verbringen“, betonte der CEO. Für das Unternehmen sind im Kanton die zentrale Lage, die exzellente Infrastruktur, ein starker Talentpool und auch die hohe Lebensqualität entscheidend. „Was uns besonders hier hält, sind aber die kurzen Behördenwege. Wer ein Problem hat, greift zum Hörer und findet gemeinsam mit dem Kanton eine Lösung“, so Paul.
Staatssekretärin Helene Budliger Artieda kämpft an erster Front dafür, dass diese Wettbewerbsvorteile erhalten und ausgebaut werden. „Wenn Behörden, Gesellschaft und die Wirtschaft zusammenstehen, dann sind wir tatsächlich agile Hürdenläufer“, sagte sie im Mythenforum. Die Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) steht für die Haltung, dass präferenzierter Marktzugang wie etwa durch das Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten für das Exportland Schweiz überlebenswichtig ist. In Anlehnung an den Historiker Straumann seien es die Gelegenheiten und der politische Wille, die für künftigen Erfolg zusammenspielen müssten. (Amt für Wirtschaft Kanton Schwyz/CE/mc/ps)