Fünf Deep-Tech-Pioniere im Finale des ZKB Pionierpreis Technopark 2026

Fünf Deep-Tech-Pioniere im Finale des ZKB Pionierpreis Technopark 2026
Lothar Thiele (Bild: ETH Zürich)

Zürich – In einer dritten Jurysitzung unter der Leitung von Lothar Thiele, der in diesem Jahr letztmals als Juryvorsitzender amtierte, hat die Jury des ZKB Pionierpreis Technopark aus 13 nominierten Startups fünf Finalisten bestimmt. Die ausgewählten Jungunternehmen zählen zu den vielversprechendsten Deep-Tech-Startups der Schweiz und präsentieren sich am 12. Mai 2026 im Technopark Zürich vor rund 350 Gästen im Wettbewerb um den mit CHF 100’000 dotierten Hauptpreis.

Lothar Thiele, Juryvorsitzender betont: „Die Qualität der diesjährigen Finalisten ist aussergewöhnlich hoch. Wir sehen wissenschaftlich fundierte Technologien mit klarer Marktperspektive und eine beeindruckende thematische Vielfalt. Diese Diversität ist ein starkes Zeichen für ein gereiftes und breit abgestütztes Deep-Tech-Ökosystem in der Schweiz.“

60 Prozent der Finalisten integrieren Künstliche Intelligenz oder Maschinelles Lernen in ihre Technologien. Die fünf Start-ups decken zudem ein breites Spektrum ab: Zwei entwickeln Innovationen im Energiebereich, weitere in den Feldern Robotik, Photonik und Pharma. Vier der fünf Unternehmen verfügen über einen ETH-Hintergrund. 40 Prozent der Teams sind auf Gründerinnen- oder C-Level-Ebene weiblich besetzt. Eines der Startups stammt aus Neuchâtel, die weiteren Finalisten haben ihren Sitz im Raum Zürich.

Noch nie war das Interesse am Pionierpreis so gross: Für die Ausgabe 2026 sind 76 Bewerbungen eingegangen. Nach einem intensiven Auswahlprozess schickt die Jury nun diese fünf Finalisten ins Rennen:

Die fünf Finalisten in alphabetischer Reihenfolge:

Ccraft SA (Neuchâtel) reagiert auf einen wachsenden Engpass in der Dateninfrastruktur für die KI-Ära: Für leistungsfähige und nachhaltige Hochgeschwindigkeitskommunikation fehlen bislang energieeffiziente photonische Chips in industrieller Serienfertigung , die elektrische in optische Signale umwandeln. Als unabhängige Foundry für Dünnschicht-Lithiumniobat (TFLN) fertigt das Startup in der Schweiz leistungsfähige photonische Chips für hoch performante und energieeffiziente Datenübertragung. Damit ermöglicht Ccraft eine nachhaltige und zukunftssichere KI-Infrastruktur. — https://www.ccraft.com/

Glycoera AG (Zürich) adressiert eine zentrale Herausforderung in der Therapie von Autoimmunerkrankungen: Bestehende Behandlungsansätze wirken häufig unspezifisch und erzielen nur begrenzte klinische Effekte. Das Startup entwickelt eine Deep-Tech-basierte in‑vivo‑Glycoengineering‑Plattform, die neuartige Biologika ermöglicht. Dabei werden krankheitsverursachende Proteine präzise, rasch und nachhaltig über einen natürlichen Mechanismus der Leber gebunden und dort gezielt abgebaut. Damit eröffnet Glycoera einen neuen Therapieansatz in der Immunmedizin. — https://www.glycoera.com/

Roboa AG (Zürich) fokussiert sich auf eine der anspruchsvollsten Aufgaben in Industrie, Infrastruktur und Rettung: den Zugang zu extrem engen, abgeschlossenen oder zerstörten Umgebungen: Enge Rohre, geschlossene Tanks oder Trümmerbereiche sind für Menschen und konventionelle Robotersysteme häufig nur schwer oder gar nicht zugänglich. Mit hochflexiblen, modularen Schlangenrobotern ermöglicht Roboa die Inspektion, Wartung und Erstversorgung von Eingeschlossenen in schwer erreichbaren Umgebungen und erschliesst damit völlig neue Einsatzfelder für autonome Robotik. — https://www.roboa.ch/

Rtdt Laboratories AG (Zürich) beschäftigt sich mit einem Effizienzproblem der Windenergie. Die Energieproduktion von Windkraftanlagen ist bisher nicht standortspezifisch optimiert, da entscheidende aerodynamische Eigenschaften der Rotoren unbekannt bleiben. Mit Aerosense entwickelt das Startup ein innovatives Patch-System, das die Rotor-Aerodynamik direkt im Betrieb analysiert und eine präzise Optimierung der Anlagenregler für maximale, standortspezifische Energieerträge ermöglicht. — https://rtdt.ai/

Unbound Potential AG (Zürich) setzt dort an, wo die Energiewende heute ausgebremst wird. Für die breite Nutzung erneuerbarer Energien fehlen bislang kostengünstige, skalierbare und lokal produzierbare Speicher. Mit einer neuartigen membranlosen Flow-Batterie ermöglicht Unbound Potential kostengünstige und schnell skalierbare Energiespeicherlösungen für eine resiliente, nachhaltige Energieinfrastruktur. — https://www.unbound-potential.com/

Zwischen Wettbewerb und Würdigung: Ein Abend der Finalisten

Alle fünf Finalisten werden ihre Innovationen im Rahmen der Preisverleihung live präsentieren. Neben dem Hauptpreis von CHF 100’000 erhalten zwei weitere Startups je CHF 10’000. Zudem wird während der Veranstaltung ein Publikumspreis in Höhe von CHF 5’000 vergeben.

„Für den Pionierpreis zählen nicht nur innovative Technologien, sondern auch die Menschen dahinter“, erklärt Michelle Tschumi, Jurymitglied und Leiterin Startup Finance bei der Zürcher Kantonalbank. „Uns überzeugen Gründerinnen und Gründer, die neugierig, anpassungsfähig und gesellschaftlich engagiert sind. Besonders schätzen wir Lösungen, die Wissenschaft und Praxis verbinden und so echten gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.“

Die Preisverleihung steht 2026 unter dem Leitmotiv Durchhaltevermögen. In ihrer Keynote wird die Philosophin, Journalistin und Moderatorin Barbara Bleisch über Beharrlichkeit und die menschliche Erfahrung des Scheiterns sprechen. Die Moderation übernimmt nach dreijähriger Pause erneut Tobias Müller. (ZKB Pionierpreis/mc/hfu)


Über den ZKB Pionierpreis Technopark
Der ZKB Pionierpreis Technopark wird jährlich von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und dem Technopark Zürich verliehen und gilt als einer der renommiertesten Preise für Deep-Tech-Start-ups in der Schweiz. Seit über 25 Jahren zeichnet der Pionierpreis Projekte aus, die aussergewöhnliche Innovationen zeigen und kurz vor dem Markteintritt stehen, und würdigt den Mut und das Engagement von Gründerinnen und Gründern. Mit einem Hauptpreis von CHF 100’000 für das Gewinnerprojekt sowie CHF 10’000 für zwei weitere Finalisten werden deren Leistungen und Weiterentwicklung anerkannt und gefördert. Zusätzlich wird am Award-Abend ein Publikumspreis in Höhe von CHF 5’000 vergeben, bei dem das Publikum herausragende Start-ups auszeichnet. Seit 2001 wurden 46 Start-ups mit insgesamt CHF 2’373’764 ausgezeichnet, was den Pionierpreis als wichtigen Treiber für Innovation und Wachstum junger Unternehmen in der Schweiz etabliert hat. Über die finanzielle Unterstützung hinaus bietet der Preis eine anerkannte Plattform, die Gewinnern und Finalistinnen erhöhte Sichtbarkeit und wertvolle Branchenkontakte verschafft. Weitere Informationen: www.pionierpreis.ch

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