Kunsthaus Zürich: 539’953 Besuchende im Jahr 2025
Zürich – Das Kunsthaus Zürich zieht ein erfreuliches Fazit für das Jahr 2025: Mit insgesamt 539’953 Eintritten gehörte das Jahr erneut zu den besucherstärksten der Museumsgeschichte. Publikumserfolge wie die gefeierte Retrospektive zu Marina Abramović, die öffentlich zugänglichen Werke von Jeffrey Gibson und Monster Chetwynd sowie die konstant hohe Attraktivität der Sammlung zeigen: Das vielfältige Angebot des Kunsthauses ist in der Stadtbevölkerung tief verankert und gewinnt auch international stetig an Bedeutung.
Zu den meistbesuchten Angeboten zählten 2025 die Ausstellung Marina Abramović mit insgesamt 118’903 (davon im Jahr 2025 59’490) Besuchenden sowie die Sammlung, die 2025 von insgesamt 363’588 Menschen besucht wurde.
Die Abteilung Kunstvermittlung führt ein junges Publikum an die Welt der Kunst heran. Ihre Führungen und Workshops wurden 2025 an insgesamt 516 Veranstaltungen von 10’463 Kindern und Jugendlichen aus der Stadt und dem Kanton Zürich besucht – ein wertvoller Beitrag zur kulturellen Bildung und zur Umsetzung im Rahmen des öffentlichen Bildungsauftrags.
In der Reihe «Kunst für alle» machen zwei ungewöhnliche Werke zeitgenössischer Kunst den Besuch im Kunsthaus auch ausserhalb der Ausstellungssäle zu einem Erlebnis: Das farbenprächtige Wandbild von Jeffrey Gibson im öffentlich zugänglichen Foyer Haefner sorgt seit seiner Installation im Juni 2025 für Aufmerksamkeit und erfreute Besucherinnen aller Altersgruppen. Die Rutschbahn der monumentalen Skulptur «Zardoz» von Monster Chetwynd im Garten der Kunst – ebenfalls ohne Eintritt zugänglich – wurde seit Herbst 2025 über 30’000 Mal genutzt. Beide Werke erweitern das Kunsterlebnis in den frei zugänglichen Bereichen des Kunsthauses und schaffen niederschwellige, spielerische Zugänge zur zeitgenössischen Kunst – für Familien, Schulklassen, Teenager und spontane Passanten gleichermassen.
International zunehmend gefragt
Das Kunsthaus verzeichnete 2025 eine wachsende Zahl von Besuchenden aus dem Ausland. Besonders deutlich war der Zuwachs aus den USA, dem Mittleren Osten und Asien. Die zunehmende internationale Sichtbarkeit spiegelt sich auch im Tourismus: Das Kunsthaus ist ein fester Bestandteil des kulturellen Angebots für internationale Gäste. Auch die Zahl der Einlösungen der ZüriCard ist weiter gestiegen: von 4’881 (2024) auf 15’915 (2025).
«Art & Health» als wachsendes Vermittlungfeld
Bereits etablierte Angebote in diesem Bereich wurden 2025 gezielt ausgebaut. 2026 folgen neue Kooperationen. Zum zweiten Mal fand das Programm «Connect» statt, eine Zusammenarbeit mit dem Opernhaus Zürich und der Tonhalle für Menschen mit neurologischen Herausforderungen. Auch das Vermittlungsangebot «Aufgeweckte Kunst-Geschichten» für Menschen mit Demenz und ihre Betreuungspersonen erfreute sich reger Nachfrage. Ein weiterer Höhepunkt war der Workshop mit Monster Chetwynd im August 2025 – in Kooperation mit dem Kinderspital Zürich. Die Begeisterung der teilnehmenden Kinder führte zur Fortsetzung im Jahr 2026.
Bedeutende Schenkung bereichert die Sammlung
Still und kontinuierlich wächst die Sammlung des Kunsthauses weiter: Ab Mitte Januar 2026 ist eine neue Schenkung zu sehen. Aus einer privaten Zürcher Sammlung, in der sich das Werk bereits seit 1924 befand, gelangt ein bedeutendes Gemälde von Arnold Böcklin (1827–1901), «Bacchanale» (um 1886), ins Kunsthaus. Es stammt aus der Anfangszeit von Böcklins Zürcher Jahren (1885–1892), die er in Hottingen verbrachte. Das Bild zeigt ein römisch inspiriertes, ausgelassenes Fest (ein Bacchanal zu Ehren des Weingottes Dionysos oder Bacchus) mit deutlichen Anspielungen auf die damalige Zürcher Künstlergesellschaft, der Vorläuferin der heutigen Kunstgesellschaft. Böcklin soll sich selbst auf dem Bild dargestellt haben.
2026: Klassiker und neue Perspektiven
Das Jahresprogramm 2026 beginnt am 27. Februar mit «The Histories» von Kerry James Marshall – ein Künstler, der international bereits höchste Anerkennung erfahren hat. Ergänzt wird das Programm durch vier weitere Ausstellungen, zudem rücken im Laufe des Jahres auch zentrale Sammlungsbereiche in den Fokus: Ab dem 20. März zeigt das Kunsthaus die Ausstellung «Zwischenstand. Sammlung Bührle», im Frühherbst folgt unter dem vorläufigen Titel «Icons» eine Präsentation ausgewählter Werke aus der eigenen Sammlung.
Alberto Giacometti, der 2026 seinen 125. Geburtstag und 60. Todestag markiert, steht besonders im Zentrum: Seine Werke ziehen im Verlauf des Jahres in zwei Etappen in den Chipperfield-Bau. Ein erster Teil ist ab dem 6. Februar zu sehen, die erweiterte Neupräsentation folgt im Oktober.
Auch international sind das Kunsthaus und Giacometti präsent: Die renommierte Kunstmesse TEFAF Maastricht, eine der weltweit bedeutendsten Messen für Kunst und Antiquitäten, hat das Kunsthaus Zürich eingeladen, 2026 als Museumsgast auszustellen. Im Zentrum der Präsentation steht das Werk von Alberto Giacometti – flankiert von weiteren ausgewählten Positionen aus der Sammlung.
Auch 2026 stellt das Kunsthaus die Kunst und sein Publikum ins Zentrum – inmitten einer lebendigen öffentlichen Debatte. Ob in Fragen der Finanzierung oder Provenienz: Das Haus bleibt offen für den Dialog und fest verankert im kulturellen Leben der Stadt. (Kunsthaus Zürich/mc/pg)