BSI-Gruppe 2013: Buchhalterischer Verlust von 722 Mio CHF

Stefano Coduri

BSI-CEO Stefano Coduri.

Lugano – Die Generali-Tochter Bank BSI hat im vergangenen Jahr einen hohen Verlust eingefahren. Während ein stabiler Ertrag erwirtschaftet wurde, belasteten Abschreibungen und Wertberichtigungen sowie Rückstellungen und ausserordentliche Posten das Ergebnis. 2014 steht laut Management daher im Fokus der Rentabilität: Abläufe sollen vereinfacht werden, Kosten gesenkt und in die aussichtsreicheren Märkte investiert werden.

Die BSI-Gruppe erwirtschaftete 2013 einen im Vergleich zum Vorjahr stabilen Ertrag von 863,1 Mio CHF. Angesichts eines insgesamt schwierigen Umfelds und anhaltend niedriger Zinsen zeigte sich das Unternehmen am Montag laut einer Mitteilung damit zufrieden.

Der Ertrag aus dem Zinsgeschäft verringerte sich um 16% auf 191,1 Mio, teilte dide BSI weiter mit. Dieser Rückgang sei jedoch vollständig durch den Ertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft kompensiert worden, der um 10% auf 504,1 Mio anstieg. Der Ertrag aus dem Handelsgeschäft hingegen nahm um 5,4% auf 148,1 Mio CHF ab.

Der Bruttogewinn blieb im vergangenen Jahr stabil bei 196,6 Mio CHF. Um eine bevorstehende Einführung der Regelung über die buchhalterische Behandlung des Goodwill vorwegzunehmen hat BSI jedoch beschlossen, den mit der Übernahme der Banca del Gottardo verbundenen restlichen Goodwill schneller abzuschreiben und zwar innerhalb von fünf anstatt der vorgesehenen 20 Jahre.

Kosten- und Effizienzprogramm gestartet
Zusammen mit anderen Abschreibungen, Wertberichtigungen, Rückstellungen, Verlusten und ausserordentlichen Posten, darunter Rückstellungen für die Teilnahme der Bank am Programm zur Beilegung des Steuerstreits der Schweizer Banken mit den USA, resultierte ein Nettoverlust von 722 Mio CHF nach einem Gewinn von 71 Mio im Vorjahr.

Die verwalteten Vermögen stiegen im Geschäftsjahr 2013 um 3,6% auf 89,4 Mrd CHF im Vergleich zu Ende 2012. Die älteste Tessiner Bank generierte zudem Netto-Neugelder in Höhe von 2,2 Mrd. Dazu hätten vor allem die Märkte in Lateinamerika, Asien sowie Mittel- und Osteuropa beigetragen, hiess es von BSI. 2012 waren es 7,5 Mrd Neugeldzufluss gewesen. Die Total Capital Ratio stieg auf 18,2% nach 17% 2012.

Die Bank lancierte Anfang 2014 ein Programm, „um das neue regulatorische Umfeld, die gestiegenen Kosten der Dienstleistungen und den starken Druck auf die Erträge zu meistern“, wies es weiter hiess. Ziel sei es, die operativen Kosten zu reduzieren und in Märkte und Segmente zu investieren, in denen BSI effektiver konkurrieren könne. Die Eröffnung einer Bank in Panama im Februar 2014 etwa soll die Position in Lateinamerika stärken, um die Expansion dort voranzutreiben.

In der BSI-Generaldirektion gab es derweil einen Wechsel: Gianni Aprile, Deputy CEO der Gruppe, ist Ende März nach 27 Jahren bei der Bank in den Ruhestand getreten. Rajiv Pradhan, CEO von Corporate Services, wurde zum neuen Deputy CEO ernannt. CEO der BSI-Gruppe ist Stefano Coduri. (awp/mc/ps)

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