findependent Marktbericht: Rückblick auf das 1. Quartal 2026
Zürich – Die ersten drei Monate des Jahres lieferten eine Achterbahn für Anleger:innen. Es fing erfreulich an. Ende Februar griffen Israel und die USA den Iran militärisch an. Seither prägen dieser Krieg und v.a. seine Auswirkungen das Geschehen an den Finanzmärkten. Aktien und Immobilienfonds erlitten durch den Iran-Krieg und somit über das gesamte Quartal gesehen Kursrückgänge. Hingegen blieben Anleihen in Schweizer Franken stabil.
Von Tobias Hochstrasser, Investment Management & Anlagekomitee, findependent
Solche unsicheren Phasen sind nichts Neues. Sie kommen und gehen. Wie du am besten damit umgehst, zeigen wir dir gerne.
Rückblick
Unsere Hauptanlageklassen wiesen die folgende Wertentwicklung (in Schweizer Franken) auf:
- Gold +8.2%
- CHF-Unternehmensanleihen +0.2%
- Schweizer Staatsanleihen (3-7 Jahre) -0.2%
- Schweizer Aktien -2.1%
- Globale Aktien -2.7%
- Schweizer Immobilienfonds -4.9%
Damit mussten die durchgängig investierten findependent Anlagelösungen in den ersten drei Monaten des Jahres einen Wertrückgang von 0.3 bis 3% hinnehmen.
Der Krieg in Nahost war im Zentrum der Entwicklungen auf dem globalen Finanzmarkt. Für Anlegerinnen stand dabei weniger die unmittelbare Zerstörung, die der Krieg in den betroffenen Gebieten verursachte, im Vordergrund, sondern vielmehr die wirtschaftlichen Folgen für die Weltwirtschaft. Insbesondere die weltweit markant gestiegenen Preise für Öl und Gas hatten Folgen für jede Anlageklasse: Aktien, Immobilienfonds, während die Anleihen in Schweizer Franken stabil blieben.
Einschätzung
Kriege verursachen viel Leid. Dies betrifft in erster Linie die Bevölkerung im Konfliktgebiet. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen. Neben dem menschlichen Leid kommen militärische, (geo)politische und wirtschaftliche Folgen dazu. Es gibt immer Ausnahmen, aber oft sind die Auswirkungen regional begrenzt und beschäftigen die Finanzmärkte nur temporär.
Die primäre wirtschaftliche Folge im aktuellen Konflikt betrifft die Lieferungen von fossilen Brennstoffen aus oder durch die betroffenen Regionen. Die Tatsache, dass das iranische Regime den Transport von rund 20% des täglichen weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots durch die Blockade der Strasse von Hormuz in “Geiselhaft” genommen hat, steht dabei im Mittelpunkt.
Die Krux ist folgende: Je länger der Krieg dauert, desto länger bleiben die weltweiten Energiepreise hoch. Dies heizt die Teuerung an, was für die Weltwirtschaft und somit für unsere Anlagelösungen eher negative Rahmenbedingungen darstellt.
Wie geht es weiter?
Es gibt nur eine ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht. Niemand weiss es.
Jegliche Gedankenspiele zu möglichen Szenarien führen dich direkt ins Reich der kurzfristigen Spekulation. Davon raten wir dir entschieden ab.
Was können Anlegerinnen und Anleger tun?
In unsichere Zeiten empfehlen wir dir immer dieselbe Rezeptur:
- Mach dich nicht unnötig verrückt, indem du deine Anlagen ständig in der App checkst.
- Verschwende deine Zeit und Energie nicht mit dem Lesen von Kriegs- und Finanznews.
- Verfalle nicht dem Glauben, dass Experten zuverlässig die Zukunft vorhersagen können.
- Vergiss bei der täglichen Informationsflut nicht deinen langfristigen Anlagehorizont.
- Womöglich ist nun länger Geduld gefragt.
- Konzentriere dich auf das, was du kontrollieren kannst.
- Vertraue deinen breit abgestützten Anlagen.
- Jede Krise bietet auch Opportunitäten. Wenn du Ersparnisse hast, die du in den nächsten 5 Jahren sicher nicht benötigst und eigentlich schon lange auf den richtigen Augenblick wartest, so eröffnen sich nun Chancen – am besten legst du gestaffelt an.
Wer ausführlichere Informationen zum Anlegen in Krisenzeiten wünscht, empfiehlt sich ein Blick auf unseren gleichnamigen Blogeintrag.
Schlussendlich geht jede Krise irgendwann vorbei. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich breit diversifizierte Anlagelösungen rascher von einem Unglück erholen, als viele dies während der Krise erwarteten. So erholte sich beispielsweise unsere Anlagelösung “Mutig” über die letzten Jahre von jeder Krise erstaunlich schnell. Nach Ausbruch von Covid-19 brauchte es gerade einmal 10 Monate, nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine rund 2 Jahre und nach der Ankündigung der US-Zölle nur ein halbes Jahr bis zur vollständigen Erholung. Wer immer investiert blieb, erzielte seit Anfang 2020 eine kumulierte Rendite von 39%.
Ausblick
Wir machen keine Prognosen. Unser Rezept ist und bleibt simpel. Lege langfristig, breit abgestützt und kostengünstig an. (findependent/mc/hfu)