Kantonalbanken im ersten Halbjahr 2014 mit leichtem Gewinnrückgang

Basler Kantonalbank
(Foto: BKB)

(Foto: BKB)

Basel – Die 24 im Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) zusammengeschlossenen Institute haben im ersten Semester 2014 die schwierigen Rahmenbedingungen zu spüren bekommen und müssen einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Die kumulierte Bilanzsumme der Institute ist dagegen weiter angestiegen.

Insgesamt erwirtschafteten die Kantonalbanken in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Bruttogewinn von 1,95 Mrd CHF, was einem Rückgang um 3,8% gegenüber der Vorjahresperiode entspricht, wie der VSKB mitteilte. Der kumulierte Semestergewinn lag mit 1,38 Mrd CHF um 2,4% unter dem Vorjahreswert.

Niedrigzinsumfeld belastet
Der Betriebsertrag bildete sich zum Vorjahr um 3,1% auf 4,17 Mrd CHF zurück. In der wichtigsten Ertragsposition, dem Zinsengeschäft, bekamen die Kantonalbanken weiterhin das anhaltende Niedrigzinsumfeld zu spüren, welches die Margen im Zinsgeschäft zusehends belaste. Der kumulierte Zinserfolg der Institute sank im ersten Halbjahr um 0,8% auf noch 2,64 Mrd.

Eine zurückhaltende Investitionstätigkeit der Anleger und die geringe Volatilität im Markt führten auch bei den weiteren Ertragspositionen zu Rückgängen. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sank der Ertrag um 1,2% auf 1,02 Mrd CHF. Im Handelsgeschäft verdienten die Institute mit 374 Mio um 18% weniger.

Den tieferen Erträgen standen allerdings auch gesunkene Kosten gegenüber; insgesamt konnten die Kantonalbanken den Geschäftsaufwand in der ersten Jahreshälfte 2014 um 2,4% auf 2,2 Mrd CHF reduzieren. Das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag (Cost-Income-Ratio) verschlechterte sich in der Folge leicht auf 53,2% (Vorjahr: 52,8%).

Verlangsamtes Wachstum der Hypothekarkredite
Die kumulierte Bilanzsumme der Kantonalbanken stieg per Mitte Jahr um 2,0% auf 524 Mrd CHF. Die den Instituten anvertrauten Kundengelder erhöhten sich um 0,8% auf 337 Mrd CHF. Sie deckten die Kundenausleihungen zu 88,6%.

Bei den Hypothekarkrediten verlangsamte sich das Wachstum im ersten Halbjahr; insgesamt stieg der Bestand an Hypothekarforderungen um 1,9% auf 324 Mrd CHF. In der Vorjahresperiode hatte noch ein Anstieg um 2,4% resultiert. Die Kantonalbanken setzten bei der Hypothekenvergabe auf ein «nachhaltiges und kontrolliertes Wachstum», betont der Verband. Die Zunahme liege im Rahmen des Marktwachstums.

Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll
Auch im weiteren Jahresverlauf dürften die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen «anspruchsvoll» bleiben, heisst es weiter. Die tiefen Zinsen, ein «etwas unsicheres Marktumfeld» und die zunehmenden regulatorischen Kosten stellten die Banken vor grosse Herausforderungen. Ein Grossteil der Institute rechne aber mit Jahresabschlüssen im Rahmen des Vorjahres. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.