Longevity Investors Lunch 2026: Langlebigkeit als wissenschaftliches Grenzgebiet und Investitions-Perspektive

Longevity Investors Lunch 2026: Langlebigkeit als wissenschaftliches Grenzgebiet und Investitions-Perspektive
Das Team von Longevity Investors: Marc P. Bernegger, Gründungspartner, Petra Belopotocka, Event- und Marketingmanagerin, Lucia Kupcova, CEO, und Dr. Tobias Reichmuth, Gründungspartner (Bild: Longevity Investors)

Zug – Einmal im Jahr, während der Woche des Weltwirtschaftsforums, wird Davos zum Treffpunkt für globale Entscheidungsträger. Inmitten von Gesprächen über Geopolitik, Kapitalflüsse und Wirtschaftsaussichten bot das Longevity Investors Lunch 2026, das zum fünften Mal in Folge stattfand, Raum für eine andere – und zunehmend dringliche – Diskussion: Wie Wissenschaft, Medizin und langfristiges Kapital die Zukunft einer gesunden Lebensspanne des Menschen gestalten können.

Die von Longevity Investors veranstaltete, nur auf Anmeldung zugängliche, Zusammenkunft brachte Investoren, Gründer, Ärzte und Forscher zu einem Nachmittag mit offenem Dialog, fundierter Wissenschaft und realistischen Investitionsperspektiven zusammen. In einer Woche, die von Grösse und Geschwindigkeit geprägt war, verlangsamte das Lunch bewusst das Tempo – und stellte Tiefe, Fakten und langfristiges Denken über Hype.

Wie Marc P. Bernegger, Mitbegründer von Longevity Investors, in seiner Eröffnungsrede feststellte: „Als wir Longevity Investors gründeten, war das Ziel einfach: Ernsthaftes Kapital in einen Bereich zu bringen, der für die Menschheit von grundlegender Bedeutung ist. Langlebigkeit ist kein Trend – sie ist eine der entscheidenden Herausforderungen dieses Jahrhunderts für Investitionen und die Gesellschaft.“

Dieser Rahmen prägte den Nachmittag. Anstelle von spekulativen Versprechungen oder fernen Horizonten konzentrierten sich die Diskussionen darauf, was heute wissenschaftlich glaubwürdig ist, was bereits in die klinische und kommerzielle Realität umgesetzt wird und wie Investoren in einem schnell wachsenden Bereich Signale von Störsignalen unterscheiden können.

Von der Langlebigkeitsforschung zur klinischen Realität

Ein zentraler Thema während des gesamten Mittagessens war die Kluft zwischen wissenschaftlichen Entdeckungen und ihrer Anwendung in der Praxis – und wie diese Kluft verantwortungsbewusst überbrückt werden kann.

In einem offenen Gespräch über Langlebigkeitswissenschaft versus Fiktion untersuchte Dr. Jordan Shlain den Unterschied zwischen ambitionierten Narrativen und dem, was die Medizin heute zuverlässig leisten kann. Fortschritt, so argumentierte er, komme nicht durch Abkürzungen, sondern durch präventionsorientierte Versorgung auf der Grundlage klinischer Disziplin und langfristigen Systemdenkens.

Dr. Jordan Shlain während seiner Keynote „Longevity Science vs. Fiction” beim Longevity Investors Lunch 2026.

Diese Perspektive setzte sich in der Diskussion über angewandte Langlebigkeitsmedizin fort, in der Dr. Evelyne Yehudit Bischof und Dr. med. Andrea Gartenbach untersuchten, wie biomarkerbasierte Prävention, personalisierte Diagnostik und Langzeitüberwachung bereits jetzt die medizinische Praxis verändern.

Dr. Gartenbach betonte, wie wichtig es ist, frühzeitig zu handeln – bevor aus einem Rückgang eine Krankheit wird: „Bei der Langlebigkeitsmedizin geht es nicht darum, Perfektion anzustreben. Es geht darum, die individuelle Biologie früh genug zu verstehen, um sinnvoll eingreifen zu können.” Insgesamt unterstrich die Diskussion, dass Langlebigkeit keine abstrakte Zukunftsvision ist. Sie wird bereits praktiziert – selektiv, sorgfältig und mit zunehmender Exaktheit.

Dr. med. Andrea Gartenbach und Dr. med. Evelyne Yehudit Bischof während der Podiumsdiskussion:„Angewandte Langlebigkeitsmedizin: Wissenschaft in menschliche Leistungsfähigkeit umsetzen”

Technologie, Daten und eine generationsübergreifende Perspektive

Als sich das Gespräch um Technologie und KI drehte, verlagerte sich der Fokus von den Werkzeugen auf die Absicht.

Während der Sitzung zum Thema KI als neuer Motor für Langlebigkeit untersuchten Peter Fedichev, Andrea Olsen, Dr. Isaac Bentwich und Ami B. Bhatt, wie maschinelles Lernen und grosse Datensätze Erkenntnisse beschleunigen – und gleichzeitig die Messlatte für Validierung, Interpretierbarkeit und Verantwortung höher legen.

Andrea Olsen reflektierte darüber, wie jüngere Generationen anders an Langlebigkeit herangehen: „Bei Langlebigkeit geht es nicht darum, härter zu arbeiten, um länger zu leben – es geht darum, gut zu leben, mit Absicht, und Technologie zu nutzen, um dieses Gleichgewicht zu unterstützen.“

Ihre Überlegungen verdeutlichten einen umfassenderen Wandel, bei dem Leistung, Wohlbefinden und Lebensqualität zunehmend als miteinander verbundene und nicht als konkurrierende Prioritäten betrachtet werden.

Peter Fedichev, Andrea Olsen und Dr. Isaac Bentwich während der Podiumsdiskussion: „KI als neuer Motor für Langlebigkeit“.

Kapitaleffizienz und der Aufbau von Dauerhaftem

Über Wissenschaft und Technologie hinaus behielt das Mittagessen einen klaren Investitionsfokus bei. Luigi Caterino sprach über die Bedeutung des Aufbaus kapitaleffizienter Ökosysteme für Langlebigkeit und wies auf die Notwendigkeit von Geschäftsmodellen hin, die Innovation über Jahrzehnte hinweg aufrechterhalten können, nicht nur über Finanzierungszyklen.

In den anschliessenden Diskussionen mit Dr. Liv Kraemer, Dr. med. Freda Lewis-Hall und Paolo Pio wurde untersucht, wie sich die Langlebigkeit in den Bereichen Medizin, Verbrauchergesundheit und institutionelle Investitionen entwickelt – und wie die heute getroffenen Entscheidungen die Ergebnisse weit über das nächste Jahrzehnt hinaus prägen werden.

Anstatt Langlebigkeit als eine einzelne Branche zu betrachten, wurde sie in der Diskussion als eine neue Ebene dargestellt, die sich über das Gesundheitswesen, die Technologie und die Gesellschaft erstreckt.

Paolo Pio, Dr. Liv Kraemer, Freda Lewis-Hall, MD. mit Moderator Jonathan Violante Pica – Sitzung zum Thema „Trends und Entwicklungen im Bereich Langlebigkeit und der Weg bis 2030”.

Ein Rahmen für echten Austausch

Das Longevity Investors Lunch folgte seinem charakteristischen fünfstündigen Intensivformat, das fokussierte Inhalte mit speziellen Networking-Pausen verband. Begrüssungsgetränke, eine Kaffeepause und ein ausgedehnter Empfang am Nachmittag schufen Raum für Gespräche jenseits der Bühne – wo Ideen getestet, Partnerschaften ausgelotet und Beziehungen geknüpft wurden.

Die Veranstaltung wurde von Partnern wie AION Longevity, The Longevity Suite, Hofseth Biocare, CoreX, Maximon und Exceptional Ventures unterstützt, deren Engagement ein gemeinsames Bekenntnis zur Förderung der Langlebigkeit durch verantwortungsvolle Innovation und langfristiges Denken widerspiegelt.

Networking-Pausen während des Longevity Investors Lunch.

Wie Dr. Tobias Reichmuth, Mitbegründer von Longevity Investors, feststellte: „Die Langlebigkeit entwickelt sich in einem aussergewöhnlichen Tempo, aber Fortschritte hängen von Klarheit ab – davon, dass wir verstehen, was uns die Wissenschaft wirklich sagt und wo Kapital tatsächlich etwas bewirken kann.“

Ausblick

Während sich die Langlebigkeitsforschung weiter beschleunigt, hat der Longevity Investors Lunch in Davos während der Woche des Weltwirtschaftsforums (WEF) seine Rolle als Plattform bestärkt, auf der sich ernsthafte Investoren und ernsthafte Wissenschaft treffen – nicht um Trends zu verfolgen, sondern um Grundlagen zu schaffen.

Die Gespräche werden mit der siebten Ausgabe der Longevity Investors Conference fortgesetzt, die vom 14. bis 17. September 2026 in Gstaad stattfindet und bei der der Dialog über Disziplinen und Zeithorizonte hinweg erweitert wird.

In Davos wurde das Fazit bewusst offen gelassen – geprägt von Fakten, fundierten Debatten und der Erkenntnis, dass die Zukunft der Langlebigkeit nicht von Slogans bestimmt wird, sondern von Entscheidungen, die mit Geduld, Verantwortung und Überzeugung getroffen werden. (Longevity Investors/mc/hfu).


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