IBM: Konfliktrohstoffe korrekt schürfen – Blockchain eröffnet effiziente Möglichkeiten

IBM: Konfliktrohstoffe korrekt schürfen – Blockchain eröffnet effiziente Möglichkeiten
Erste Absackung von verantwortlichem Kobaltkonzentrat in der Industriemine Huayou in der Demokratischen Republik Kongo. (Foto: RCS Global)

Zürich – Rohstoffe wie Kobalt, das in Lithium-Ionen-Batterien verwendet wird, sind begehrt und die Bedeutung wird in vielen Industrien noch weiter steigen. Um ihre Gewinnung transparent und nach ethischen Standards zu gestalten, haben Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette zusammen mit IBM einen Piloten entwickelt. Die Blockchain-Technologie wird dabei von allen Beteiligten als grosse Chance gesehen. Auch MineHub Technologies nutzt Blockchain in der Bergbaulieferkette und baut mit IBM eine Lösung auf, die Transparenz, Effizienz und Kosten in der Branche optimieren soll.

Laptops, Smartphone und Elektroautos: All diese Produkte besitzen Lithium-Ionen-Batterien mit Kobalt oder Elektronikbauteile mit Gold – beides sogenannte Konfliktrohstoffe. Bislang überwachen externe Organisationen mit Audits die ethisch korrekte und Compliance-konforme Gewinnung und Verarbeitung über alle Stationen der Wertschöpfungskette hinweg.

Von der Mine bis ins Fahrzeug: Kobalt verantwortungsvoll verarbeiten
Die Ford Motor Company, das Bergbauunternehmen Huayou Cobalt, der Batteriehersteller LG Chem, RCS Global, ein Spezialist für Rohstoff-Audits, und IBM haben nun einen Piloten gestartet, der dies ändern soll: Die beteiligten Unternehmen bilden alle relevanten Stufen der Wertschöpfungskette ab und haben das Ziel, mit Hilfe der IBM Blockchain-Technologie ein offenes, Industrie-weites Netzwerk zu schaffen, in dem die Rohstoffe transparent, verantwortungsvoll und konfliktfrei gewonnen und verarbeitet werden.

Der Pilot simuliert den Weg des Kobalts von einer Mine in der Demokratischen Republik Kongo über die Batteriefabrik in Südkorea bis hin zum amerikanischen Ford-Werk. Die Unternehmen werden mit Hilfe einer Blockchain überwacht und nach verantwortungsvollen Beschaffungsstandards validiert, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entwickelt wurden.

Langfristig sollen auch kleinere Bergbauunternehmen und solche, die Materialien wie Tantal, Zinn, Wolfram und Gold gewinnen und verarbeiten, Teil der Lösung werden. Es ist geplant alle beteiligten Unternehmen in ein Governance Board einzuladen, um eine gemeinsame Weiterentwicklung der Lösung fortzuführen.

Möglich macht das die gewählte Plattform von IBM, die auf Hyperledger Fabric beruht, einer Open-Source-Lösung. Der Pilotversuch wird voraussichtlich Mitte des Jahres 2019 abgeschlossen sein.

Digitale Supply-Chain-Lösung für Konfliktrohstoffe und seltene Erden
Neben der Transparenz und einfacheren Überwachung ethischer Standards bietet Blockchain vor allem eines: Effizienz. Das macht sich MineHub, ein Technologieanbieter für den Bergbau, zu Nutze. MineHub arbeitet mit IBM zusammen, um eine globale Supply-Chain-Lösung mit Blockchain-Technologie einzuführen und so die betriebliche Effizienz, Logistik und Finanzierung zu verbessern sowie die Kosten in der Lieferkette für Rohstoffe wie seltene Erden zu senken – von der Mine bis zum Endverbraucher. Denn bisher litt der Sektor an ineffizienten, manuellen und papierbasierten Prozessen.

Unternehmen wie Goldcorp, ING Bank, Kutcho Copper, Ocean Partners und Wheaton Precious Metals kooperieren mit MineHub, um das digitale Netzwerk aufzubauen. Jedes der Unternehmen repräsentiert Schlüsselbereiche der Lieferkette von Bergbau über Streaming und Handel bis hin zu Finanzen.

Der Rohstoff wird auf seinem gesamten Weg, von der Mine in Mexiko bis zur Vermarktung, über die MineHub-Plattform verwaltet. Das Bergbauunternehmen lädt alle relevanten Daten in das Ledger hoch, die eine unabhängige Überprüfung durch Regulierungsbehörden bis zu den Endverbrauchern ermöglichen, einschliesslich Informationen zu Nachhaltigkeit und ethischen Praktiken. Beim Transport der Erze zeichnet die Plattform jede Transaktion auf und kann es berechtigten Parteien ermöglichen, Informationen jederzeit einzusehen und abzustimmen. Finanzpartner der Bergbaubranche wie die ING Bank lassen sich über Smart Contracts ebenfalls in die digitale Lieferkette einbinden.

Die Lösung wurde mit der Cloud-basierten IBM Blockchain Plattform, die auf dem Hyperledger Fabric der Linux Foundation basiert, realisiert. MineHub plant, die Zusammenarbeit auf weitere Mitglieder aus der gesamten Bergbauindustrie auszudehnen, um Innovationen und neue Anwendungen unter Nutzung der Blockchain-Technologie zu fördern.

MineHub und IBM planen die Zusammenarbeit, um gemeinsam neue Wege zur Skalierung und Erweiterung der Plattform zu finden, neue Anwendungsfälle zu identifizieren und in Zukunft innovative Technologien in die Plattform zu integrieren. (IBM/mc)

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