Swiss Cyber Security Days 2026: Die Schweiz muss mutiger und digital unabhängiger werden

Swiss Cyber Security Days 2026: Die Schweiz muss mutiger und digital unabhängiger werden
Expo-Bereich der diesjährigen Swiss Cyber Security Days. (Foto: SCSD)

Bern – Unter dem Motto «Digital Sovereignty – The New Frontier» fand am 17. und 18. Februar 2026 die siebte Ausgabe der Swiss Cyber Security Days auf dem BERNEXPOAreal in Bern statt. Nationale und internationale Referent:innen lieferten Antworten auf die wichtigsten digitalen Fragen unserer Zeit. Ein Höhepunkt war das Panel mit einer der führenden europäischen Expertinnen im Bereich digitale Souveränität, Dr. Cristina Caffarra und Florian Schütz, Direktor Bundesamt für Cybersicherheit. Mit 2’800 Besuchenden und über 100 Ausstellenden blicken die Veranstalter auf eine erfolgreiche Ausgabe zurück. Die nächsten Swiss Cyber Security Days finden am 23. und 24. Februar 2027 statt.

    Am Dienstag, 17. und Mittwoch, 18. Februar 2026 wurde das BERNEXPO-Areal zum Brennpunkt einer Debatte, die über Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung entschied. Zum dritten Mal in Folge gastierten die Swiss Cyber Security Days, die führende Plattform zum Thema Cybersicherheit, in Bern und brachten nationale und internationale Referent:innen an einem Ort zusammen. Mit 2’800 Besuchenden und über 100 Ausstellenden knüpfte die Ausgabe an den Vorjahreserfolg an. Ein Höhepunkt war das Referat von Florian Schütz, Direktor Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), der die aktuelle Cybersicherheitslage in der Schweiz einordnete und sie in Beziehung zum internationalen Umfeld setzte.

    Digitale Souveränität betrifft alle
    Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wer die Spielregeln der neuen digitalen
    Welt bestimmt und damit Einfluss auf geopolitische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen nimmt. Programmdirektor Nicolas Mayencourt machte in seiner Rede klar, dass die digitale Souveränität alle angeht und man gemeinsam zukunftsgerichtete sowie sichere Lösungen entwickeln müsse: «Was uns verbindet, ist ein gemeinsames Ziel: die Cyberdimension sicher, autonom und zukunftsfähig zu gestalten. Wir brauchen verbindliche techno-soziale Verantwortung, getragen von Staat, Wirtschaft und der Zivilbevölkerung.» Auch Nik Gugger, Präsident der SCSD, richtete in seiner Eröffnungsrede klare Worte an die Anwesenden aus Politik und Wirtschaft: «Schaffen Sie verlässliche Rahmenbedingungen und investieren Sie in digitale Souveränität. Verstehen Sie Cyberresilienz nicht als Kostenfaktor, sondern als Wettbewerbsfaktor.»

    Die Schweiz ist nicht auf dem Abstellgleis
    In einem Punkt waren sich die Expert:innen einig: Europa und die Schweiz müssen ihre digitale Souveränität stärken und langfristig sichern. Wie dieser Weg konkret aussehen soll, darüber wurde engagiert und leidenschaftlich diskutiert. Klar ist: Die Innovationskraft Europas darf nicht ausschliesslich auf der Wertschöpfung nicht europäischer Tech-Unternehmen aufbauen. Gerade im Cloud-Bereich zeigt sich die starke Abhängigkeit von wenigen grossen Anbietern besonders deutlich, wie Dr. Cristina Caffarra der EuroStack Initiative Foundation ausführte. Sie ist überzeugt, dass Europa über ausreichende technologische Stärken verfügt – diese müssen nun konsequent gebündelt und strategisch eingesetzt werden.

    Auch in der Schweiz werde die digitale Souveränität verfolgt, wie Prof. Dr. Matthias Stürmer, Professor an der Berner Fachhochschule & Leiter Institute for Public Sector Transformation, erläuterte: «Die Schweiz befindet sich nicht auf dem Abstellgleis. Es gibt grosse Chancen für die digitale Souveränität, doch es braucht mehr Mut in strategischen Entscheidungen.» Für den Aufbau tragfähiger Strukturen wurde das Netzwerk «SDS – Souveräne Digitale Schweiz» ins Leben gerufen, ein Zusammenschluss von über 160 Behörden und Schweizer IT-Unternehmen. Die Vision: ein koordiniertes, leistungsfähiges Schweizer Angebot zu schaffen, das praktikable Alternativen zu internationalen Hyperscalern bietet und die digitale Eigenständigkeit stärkt.

    Zufriedene Ausstellende und Veranstalter
    Die Veranstalterin BERNEXPO blickt auf zwei rundum gelungene Tage zurück. 2’800 Besuchende verfolgten die rund 100 Vorträge und Diskussionen und nutzten die Gelegenheit zum intensiven Austausch. Auch die beiden Best Practice Stages verzeichneten grossen Zulauf und boten praxisnahe Einblicke sowie konkrete Erfahrungsberichte. Mit der neu geschaffenen KMU Zone wurden gezielt kleine und mittlere Unternehmen angesprochen: Im Zentrum standen Erfolgsgeschichten aus dem Unternehmensalltag und der direkte Austausch mit IT-Dienstleistern. Auf besonders grosses Interesse stiessen zudem die Workshops der Hochschule Luzern, die in der KMU Lounge durchgeführt wurden.

    Im Messebereich präsentierten über 100 Ausstellende ihre Angebote und schufen ideale
    Voraussetzungen für den persönlichen Dialog und neue Partnerschaften. Auch der Schweizer Cyber-Security-Anbieter ELCASecurity und Senthorus SOC schätzte den interdisziplinären Austausch: «Hier treffen strategische Entscheider:innen auf technische Expert:innen, damit ermöglichen uns die SCSD, Sicherheitsarchitekturen ganzheitlich zu denken, konkrete Lösungen zu präsentieren, Partnerschaften zu vertiefen und gemeinsam mit der Community an einer resilienten digitalen Zukunft für die Schweiz zu arbeiten», erklärt Christophe Gerber, General Manager, ELCASecurity.

    Die nächste Ausgabe der Swiss Cyber Security Days findet am 23. und 24. Februar 2027 in Bern statt. (Swiss Cyber Security Days/mc/ps)

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