CH-Verlauf: Schwächer – Gewinnmitnahmen

CH-Verlauf: Schwächer – Gewinnmitnahmen

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitagmittag schwächer. Einerseits werden Gewinne mitgenommen, nachdem der Standardwerte-Index in den vergangenen fünf Handelstagen deutlich zugelegt hat. Andererseits belasten Sorgen um eine Wachstumsabschwächung in China und die anziehende Inflation in der Eurozone die Börse. «Window Dressing» dürfte wie schon an den Vortagen am letzten Handelstag des sehr schwachen dritten Quartals laut Händlern das Abwärtsrisiko aber limitieren.

Dabei versuchen einige Fondsmanager mit Käufen vor dem Quartalsende ihre Bilanzen aufzupolieren, um über eine möglichst gute Entwicklung ihrer Portfolios berichten zu können. Am Nachmittag dürften dann Konjunkturdaten aus den USA für Bewegung sorgen.

Gegen 12.10 Uhr sinkt der SMI um 1,62% auf 5’517,53 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt um 2,17% auf 821,05 Punkte nach und der Swiss Performance Index (SPI) verliert um 1,68% auf 4’995,55 Punkte.

Die Luxusgüteraktien Swatch (-4,7%) und Richemont (-5,4%) stehen erneut deutlich unter Verkaufsdruck. Im Rahmen einer Sektorstudie haben die Analysten der UBS ihre Prognosen für Swatch überarbeitet und senken das Kursziel auf 410 (475) CHF. Bereits am Vortag hatte eine Studie von MS belastet, wobei die Swatch-Titel als «least preferred stock» im Bereich Brands eingeordnet wurden. Darunter litten auch Richemont, so Händler.

Die Titel der Banken UBS (-4,1%), CS (-3,5%) und Julius Bär (-2,0%) verlieren fast ebenso viel. Julius Bär leitet eine neue Sparrunde ein. Im Rahmen des bereits anlässlich der Halbjahreszahlen angekündigten dritten Sparprogramms im laufenden Jahr komme es zu einem Personalabbau im Rahmen der natürlichen Fluktuation, indem Abgänge nicht ersetzt würden, sagte ein Julius-Bär-Sprecher gegenüber AWP zu einem Artikel der «Neuen Zürcher Zeitung». Swiss Re (-3,5%) und ZFS (-3,3%) geben in ähnlichem Umfang wie die Grossbanken nach.

Besser als der SMI präsentieren sich Novartis (-0,9%) und Roche (-0,5%). Roche gewann eine erste grosse öffentliche Ausschreibung für Gebärmutterhals-Vorsorgetests mit dem HPV-Test. Mit dem schwedischen Karolinska Universitätsspital habe ein Exklusivvertrag für die Lieferung eines diagnostischen Tests abgeschlossen werden können.

Lonza (-2,7%) ist beim vorgesehenen Kauf des amerikanischen Mitbewerbers Arch ins Stocken geraten. Da die Bedingungen bis zum vorherigen festgelegten Auslaufdatum voraussichtlich nicht erfüllt seien, wurde das Übernahmeangebot um zwei Wochen verlängert.

Sonova (-2,7%) transferiert die internen Aktivitäten von Sona zu Unitron. Zudem erhält Unitron mit Jan Metzdorff einen neuen Präsidenten. Ebenso werden die Tätigkeiten beim Mittelohr-Implantat Ingenia überprüft.

Bei Kühne + Nagel (-2,6% auf 104,50 CHF) senkt MS das Kursziel auf 115 (125) CHF. Der starke Franken und die schwächere Wirtschaft dürften dafür sorgen, dass die angepeilten Ziele leicht nach hinten verschoben werden, schreiben die Experten. Der Branchennachbar Panalpina (-6,8%) wird derweil von MS auf «Underweight» («Equal Weight») abgestuft. Das Transportunternehmen habe zwar langfristig gute Möglichkeiten und eine sensible Strategie, doch es werde noch etwas Zeit brauchen bis sich diese bemerkbar machen, schreiben die Analysten.

Im Plus notieren dagegen Holcim (+0,2%), nachdem die ZKB die Titel wieder auf «Übergewichten» erhöht hat und im Aktienportfolio Schweiz Standartwerte Geberit (-2,2%) durch Holcim ersetzt.

In der zweiten Reihe legten Crealogix (+4,2%) Zahlen vor. Das Softwareunternehmen Crealogix hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich mehr verdient. Der Konzerngewinn stieg um nahezu 47%.

Die Papiere des Laborausrüsters Tecan (-13,3%) werden dagegen nach der Bekanntgabe von Verzögerungen beim P14-OEM-Projekt massiv verkauft. (awp/mc/ps)

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