Amag-Geschäft 2022 stabil – Deutlich mehr Elektrofahrzeuge verkauft

Helmut Ruhl
Amag-CEO Helmut Ruhl. (Foto: Amag)

Cham – Nach der leichten Erholung vom Corona-Taucher ist der Autoimporteur und -verkäufer Amag im vergangenen Jahr kaum noch vom Fleck gekommen. Der Umsatz stieg 2022 auf 4,4 Milliarden Franken von 4,3 Milliarden Franken im 2021.

Damit ist die Gruppe noch deutlich entfernt von den 4,7 Milliarden Franken Umsatz im Vor-Coronajahr 2019. «Vor Jahresfrist war die Hoffnung berechtigt, dass sich das Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr wieder erholen würde, dass sich nach Corona die Lieferketten wieder stabilisieren würden und die Verfügbarkeit von Halbleitern besser werden würde», teilte die Amag am Freitag an ihrer Jahresmedienkonferenz in Cham mit. Mit dem Ukrainekrieg und den damit verbundenen Verwerfungen hätten sich die Vorzeichen allerdings nochmals verändert.

Der Schweizer Automarkt habe mit 225’934 neu zugelassenen Personenwagen gegenüber 2021 und 2020 (238’481 bzw. 236’827 Autos) nochmals nachgelassen, schrieb die Amag. Damit liege der Schweizer Automarkt weiterhin deutlich unter einem normalen Autojahr, in dem rund 300’000 Fahrzeuge verkauft werden.

Amag hält sich etwas besser als Gesamtmarkt
«Auch die Marken der Amag waren von der weltweiten Situation und den Engpässen wegen des Ukraine-Kriegs betroffen», hiess es. Die Verkäufe von Autos der Marken VW, Skoda, Audi sowie Seat und Cupra sanken um 3,8 Prozent auf 71’514. Immerhin hat sich die Amag-Gruppe damit besser gehalten als der Gesamtmarkt, der 2022 um 5,3 Prozent schrumpfte.

In der Folge stieg der Marktanteil der Amag bei den PWs leicht um 0,5 Punkte auf 31,7 Prozent. Zusammen mit den Nutzfahrzeugen hat die Amag im vergangenen Jahr 78’765 Fahrzeuge verkauft.

Die einzige Marke, die zulegen konnte, war Audi mit einem Absatzplus von 6 Prozent. Dagegen sackten die Verkäufe von Seat und Cupra um knapp 17 Prozent ab. Grund für den Taucher sei die verschärfte Belieferungslage, schrieb die Amag.

Innerhalb des Volkswagenkonzerns seien die knappen Chips an jene Marken gegangen, mit denen man am meisten Geld verdiene, sagte Amag-Chef Helmut Ruhl vo den Medien. Und das seien nicht die vergleichsweise kleinen Autos der spanischen Marke. Hauptmarke VW büsste um 1,5 Prozent ein, während Skoda beinahe 7 Prozent weniger Autos verkaufte.

Ein Viertel mehr Elektroautos verkauft
Insgesamt konnte die Amag rund 12’500 neue Elektroautos absetzen. Das ist ein Plus von einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Elektroautos will die Amag weiter Gas geben. Dazu hat sie im November den Schweizer Energiedienstleister Helion übernommen und bietet neu auch Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen an.

Im Gesamtjahr 2022 habe Helion 1267 Projekte ausgeführt und eine Leistung von 66’277 kWh installiert. Das reicht für rund 30’000 Elektroautos. Die erwartete Photovoltaik-Produktion decke also rund 2,5 mal den jährlichen Strombedarf der von der Amag im vergangenen Jahr verkauften reinen Elektroautos ab, hiess es.

«Bis 2030 wollen wir über 400’000 reine E-Autos von unseren Marken im Markt haben», sagte Amag-Chef Helmut Ruhl vor den Medien. Die hätten dann einen Strombedarf von 1,3 Terawattstunden.

Nochmals schlechtes Autojahr erwartet
Im laufenden Jahr erwartet er erneut einen gebremsten Absatz, auch wenn die Schweiz nicht in eine Rezession rutschen dürfte und somit eine «Insel der Seligen» bleibe. «Wir rechnen mit einem Neuwagenverkauf von 240’000 bis 260’000 Stück», sagte Ruhl. Die Amag wolle ihren Marktanteil halten.

«Wir gehen davon aus, dass 2023 wieder ein schwaches Autojahr sein wird», sagte Ruhl. Aber immerhin dürfte es das beste seit vier Jahren werden. Bis das Niveau eines normalen Autojahrs mit rund 300’000 verkauften Neuwagen erreicht werde, werde es noch zwei bis drei Jahre dauern, so Ruhl. (awp/mc/pg)

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