EU-Verlauf: Schwächer – Aussagekräftige Vorgaben fehlen

Händler hoben hervor, dass der Markt in den USA nur verkürzt geöffnet ist und die Anleger sich vor allem auf das traditionell an Thanksgiving beginnenden Weihnachtsgeschäft fokussieren werden. Darüber hinaus hielten sich die Anleger vor den anstehenden Zinsentscheidungen der Bank of England und EZB in der kommenden Woche zurück.


Vor allem Finanz- und Pharmawerte konnten deutlich zulegen. So gewannen HBOS


2,58 Prozent auf 94,50 Pence hinzu. Fortis stiegen um 4,66 Prozent auf 0,741 Euro. GlaxoSmithKline setzten sich mit einem Plus von 3,66 Prozent auf 1.105,00 Pence an die Spitze der europäischen Pharmawerte, gefolgt von Sanofi-Aventis mit einem Aufschlag von 2,88 Prozent auf 42,795 Euro. AstraZeneca folgten dem positiven Pharmatrend und legten um 1,98 Prozent auf 2.368 Pence zu. Bei der Tochter Medimmune hat die US-Gesundheitsbehörde FDA offenbar noch Fragen zu motavizumab. Medimmune erwartet, diese im ersten Halbjahr 2009 beantworten zu können.


Die Gewinnwarnung von STMicroelectronics rückte Halbleiterwerte in den Fokus. Das vierte Quartal wird laut STMicro unter seinen bisherigen Erwartungen liegen. Den Umsatz sieht der grösste europäische Halbleiterhersteller bei 2,2 bis 2,35 Milliarden Dollar. Die operative Marge werde bei 38 Prozent plus/minus ein Prozentpunkt liegen. STMicro-Aktien sackten um 5,34 Prozent auf 5,159 Euro ab.


Die Aktie des Stahlkonzerns ArcelorMittal verbuchte nach negativen Branchennachrichten deutliche Verluste und büsste 6,83 Prozent auf 18,49 Euro ein. Der chinesische Konkurrent Baoshan Iron and Steel Co Ltd kündigte an, im Januar einige Stahlpreise kürzen zu wollen. Der südkoreanische Stahlkonzern Hyundai Steel plant für Januar eine Preissenkung von 11 Prozent, die zweite innerhalb eines Monats.


Autowerte trugen zu der tendenziell schlechteren Stimmung bei. PSA Peugeot Citroen gaben 5,30 Prozent auf 14,295 Euro nach und Renault fielen mit einem Verlust von 5,20 Prozent auf 14,310 Euro zurück.


Der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Louis Gallois, überprüft laut einem Bericht der Zeitung «Les Echos» eine Reorganisation seines Unternehmens, bei der die Zahl der Bereiche von fünf auf drei reduziert werden soll. Darüber hinaus will EADS in die in dem neuen Unternehmen Premium Aerotec gebündelten Airbus-Werke gut eine halbe Milliarde Euro investieren. Das Geld werde bis Ende 2011 in die Erweiterung und Modernisierung der Werke Nordenham, Varel und Augsburg gesteckt, sagte ein Airbus-Sprecher der «Financial Times Deutschland». Die Aktien fielen um 2,84 Prozent auf 12,30 Euro.


Die Aktien von Yara International entwickelten sich unterdessen einem Plus von 1,07 Prozent auf 118,00 norwegische Kronen besser als der Markt. Credit Suisse hat die Bewertung des Unternehmens mit ‹Outperform› gestartet und das Kursziel auf 290,00 norwegische Kronen gesetzt. Das Unternehmen biete eine attraktive Bewertung in einem zunehmend herausfordernden Umfeld, schrieben die Analysten in einer aktuellen Studie.


StatoilHydro verbilligten sich hingegen um 1,46 Prozent auf 121,00 norwegische Kronen. Die Zeitung «Dagens Naeringsliv» berichtete, die Kosten für die erste Phase eines CO2-Abscheidungs- und Speicherungsprojekts könnten auf bis zu fünf Milliarden Kronen anwachsen. Das wäre sieben Mal mehr als ursprünglich kalkuliert, so das Blatt.


Die Aktien von Bulgari sackten 2,01 Prozent auf 4,885 Euro ab. Der Juwelier erwartet, dass 2009 ein hartes Jahr wird, da die globale Wirtschaftsschwäche sich negativ auf die Umsätze auswirken wird, sagte Konzernchef Francesco Trapani. Gleichzeitig kündigte der Konzernlenker aber an, vorerst noch nicht die Preise senken zu wollen.


Mit dem französischen Automobilzulieferer Valeo meldet ein weiteres Unternehmen aus der Branche eine Zwangspause in den Weihnachtsferien. Der Konzern werde einige seiner Werke zum Jahresende schliessen, teilte Valeo am Donnerstag mit. Die Papiere fielen um 2,90 Prozent auf 10,050 Euro zurück. Der Rohstoffkonzern Eramet kündigte unterdessen an, die restlichen Anteile an der norwegischen Tinfos AS vorerst nicht zu übernehmen. (awp/mc/gh/21)

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