Schindler-Patron tritt ins zweite Glied zurück – Oetterli wird neuer CEO

Alfred N. Schindler gibt sein Posten als VRP 2017 ab.

Luzern – Beim Lift- und Rolltreppen-Hersteller Schindler kommt es zu einer Wachablösung. Der langjährige CEO und Präsident Alfred N. Schindler wird nach 40 Jahren im VR sein Präsidenten-Amt auf die GV 2017 hin zur Verfügung stellen, dem Gremium aber weiterhin angehören. Sein Nachfolger wird Silvio Napoli, dessen Nachfolger als CEO soll der jetzige China-Chef Thomas Oetterli werden. An der bisherigen Strategie wird festgehalten. Ebenso wird das Engagement des Familien-Aktionärspools bekräftigt.

Im Rahmen der «langfristigen Nachfolgeplanung» wird der jetzige CEO Silvio Napoli der kommenden Generalversammlung 2016 zur Neuwahl in den Verwaltungsrat und dann ein Jahr später als neuer Verwaltungsratspräsident vorgeschlagen, wie der Innerschweizer Konzern am Freitag mitteilte. Thomas Oetterli, Mitglied der Konzernleitung und verantwortlich für das Geschäft in China, wird derweil per 1. April 2016 das Amt des CEO übernehmen.

Es sei eine «Stabsübergabe an ausgewiesene Führungskräfte mit jeweils über 20 Jahren Erfahrung im Schindler-Konzern und der Aufzugsbranche», sagte Alfred Schindler vor den Medien in Luzern. Der designierte VR-Präsident Napoli etwa ist seit 1994 bei Schindler tätig und verfügt über langjährige Erfahrung im asiatischen Markt. Er ist zwar erst seit Januar 2014 CEO, war aber von 2008 bis 2013 Mitglied der Konzernleitung und verantwortlich für die Region Asien/Pazifik.

Der neue CEO Oetterli ist ebenfalls seit 1994 für das Unternehmen tätig. 2010 wurde er Mitglied der Konzernleitung, seit 2013 leitet er das Geschäft in China. Zuvor war er drei Jahre für das Geschäft in Nordeuropa verantwortlich und von 2006 bis 2009 für den Schweizer Markt.

Alfred N. Schindler bleibt VR
Ganz loslassen will der bald 67-jährige Patron Alfred N. Schindler, der nicht nur VR-Präsident, sondern auch Mehrheitsaktionär des Konzerns ist, allerdings noch nicht. Der Urgrossenkel von Firmengründer Robert Schindler war während 26 Jahren bis Oktober 2011 selber Konzernchef. Er wird nach seinem Rücktritt als Präsident weiterhin als Verwaltungsrat amtieren. Ebenfalls zur Wiederwahl als Verwaltungsrat stehen Karl Hofstetter sowie Rudolf Fischer. Jürgen Tinggren hingegen werde sich aus persönlichen Gründen an der kommenden Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

Alfred Schindler zeigte sich angesichts der bevorstehenden Änderungen unaufgeregt. «Die Schindler-Gruppe ist gut positioniert und die langfristige Strategie ist gewährleistet», sagte er. Der Verwaltungsrat und die Mehrheitsaktionäre des ABV-Pools würden die Veränderungen mittragen und sich gleichzeitig zum Standort Schweiz bekennen.

«Wir haben viele strategische Projekte am Laufen und es sind keine strategischen Änderungen geplant», so Schindler. Gleichzeitig betonte er, dass die Pool-Aktionäre, welche über 44% des Kapitals und über 71% der Stimmen verfügen, keine Absicht hätten, sich aus dem Unternehmen zu verabschieden.

Mit Blick auf die Geschehnisse bei Sika bekräftigte der abtretende Patron sein Bedauern, dass die Übernahmekommission (UEK) im vergangenen Jahr die Einführung einer «opting in»-Klausel zum Schutz der Minderheitsaktionäre abgelehnt hat. «Wir werden an diesem Thema weiterarbeiten», fügte er an. Weiter verwies er auf die «gesunde Verfassung der Bilanz» und ergänzte, dass der EBIT trotz grosser Währungsverluste nach oben zeige. Ausserdem befinde sich der Bestellungsbestand auf Rekordniveau.

Oetterli wegen China unbesorgt
Der designierte neue CEO Thomas Oetterli, derzeit noch für den wichtigsten Markt China zuständig, äusserte sich gegenüber AWP zu seiner grundsätzlichen Einschätzung der Lage in China. «Ich denke, die Reaktion der Märkte ist übertrieben», meinte er zum Börsenabsturz und zu den allseits geäusserten Konjunktursorgen. «Die Inlandnachfrage in China ist weiterhin sehr gross, ich mache mir wegen China keine Sorgen.»

An der Börse werfen die heutigen News keine allzu grossen Wellen. Die im SLI geführten Schindler PS büssen bis um 13.15 Uhr 1,2% ein. Die ZKB bewertet die Nachfolgeplanung in einem Kommentar als neutral. Die längerfristige Planung der Präsidiumsübergabe ermögliche eine geordnete Stabsübergabe. (awp/mc/upd/ps)

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