SGS liegt eigenem Zeitplan nach Rekordjahr voraus

SGS liegt eigenem Zeitplan nach Rekordjahr voraus
SGS-CEO Géraldine Picaud. (Foto: SGS)

Baar – Der Warenprüfkonzern SGS hat 2025 bei Umsatz und Profitabilität neue Höchstwerte erzielt und sieht sich im Rückenwind struktureller Megatrends gut positioniert. Auch bei der Umsetzung der bis 2027 angelegten Strategie liegt das Unternehmen vor dem Zeitplan.

«Wir haben ein weiteres Jahr mit starker Umsetzung und Rekordresultaten erzielt», sagte CEO Géraldine Picaud am Mittwoch im Gespräch mit Medienvertretern. Der Umsatz stieg um 2,2 Prozent auf 6,95 Milliarden Franken. Das wichtige organische Wachstum lag bei 5,6 Prozent.

Auch bei der Profitabilität legte der Konzern mit Sitz in Baar zu: Der bereinigte operative Gewinn erreichte 1,11 Milliarden Franken – ein Plus von 6,5 Prozent. Die entsprechende Marge verbesserte sich auf 16,0 von 15,3 Prozent. Der Reingewinn legte um 15 Prozent auf 668 Millionen zu.

Megatrends und USA als Wachstumstreiber
Treiber des Wachstums waren insbesondere Megatrends wie Nachhaltigkeit und digitale Vertrauensdienste – beide Bereiche wuchsen deutlich überproportional. «Wir profitieren stark von strukturellen Trends wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und dem wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit und Transparenz», sagte Picaud.

Gerade jüngere Generationen wie Gen Z und Gen Y verlangten zunehmend Nachweise darüber, wie und wo Produkte hergestellt würden. Das stütze die Nachfrage nach Prüf- und Zertifizierungsleistungen.

Zudem baute SGS mit der Akquisition von Applied Technical Services – der grössten Firmenübernahme der Unternehmensgeschichte – die Präsenz in den USA massiv aus. Das Ziel, den Umsatz in Nordamerika bis 2027 mindestens zu verdoppeln, ist damit bereits zu gut vier Fünfteln erreicht.

Prognose wird nicht angetastet
Bei der Umsetzung der bis 2027 laufenden Strategie ist SGS dem eigenen Fahrplan voraus. Gerade bei der Profitabilität rückt das Ziel in greifbare Nähe: Mit einer Marge von 16,0 Prozent fehlen lediglich noch 0,2 Prozentpunkte bis zum angestrebten Wert für 2027.

Dennoch verzichtete das Unternehmen darauf, die Margenvorgabe für 2026 anzuheben. Man wolle sich «volle Flexibilität» bewahren und über ausreichend Spielraum verfügen, um in Innovationen und weiteres Wachstum zu investieren, sagte Picaud. Zudem bleibe der starke Franken ein Unsicherheitsfaktor.

Auch die Dividende bleibt trotz höherem Gewinn mit 3,20 Franken je Aktie unverändert. Die verfügbaren Mittel sollen vorrangig für weitere Übernahmen eingesetzt werden. Grössere Transaktionen schliesst Picaud dabei nicht aus, der Schwerpunkt liegt jedoch weiterhin auf gezielten Ergänzungs-Akquisitionen.

Gleichzeitig kündete das Management an, vor Ende des Jahres werde noch ein Kapitalmarkttag abgehalten. Dort sollen die nächste Phase der Strategie sowie neue mittelfristige Ziele vorgestellt werden.

Kein Applaus von der Börse
Analysten sahen ihre Erwartungen leicht übertroffen und hoben besonders die Marge positiv hervor. Dennoch verlor die Aktie im frühen Handel 3,0 Prozent auf 93,90 Franken. Händler erklärten sich das Minus nach der kräftigen Kursrally der vergangenen Monate mit Gewinnmitnahmen. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert