Straumann Q1: Umsatzrückgang – Stellenabbau geplant

Marco Gadola

Der neue Straumann-CEO Marco Gadola. (Foto: Straumann)

Basel – Der Dentalimplantatehersteller Straumann hat nach einem Umsatzrückgang im ersten Quartal eine umfangreiche Reorganisation, Wechsel in der Geschäftsleitung, Kostensenkungen und den Abbau von Stellen angekündigt. Obwohl die Markterholung länger auf sich warten lasse als erwartet, hält das Unternehmen an seinem Ausblick fest.

Im ersten Quartal 2013 betrug der Umsatzrückgang 5,6% auf 174,8 Mio CHF, wie Straumann am Montag nach Börsenschluss mitteilte. In Lokalwährungen gerechnet wären die Verkäufe um 5,5% gesunken. Ein ausbleibender Marktaufschwung in Europa und Japan habe den Rückgang bewirkt. Demgegenüber sei die Umsatzentwicklung in Nordamerika stabil geblieben und in China sowie Lateinamerika positiv ausgefallen.

Umsatzrückgang in Europa
Unter den einzelnen Marktregionen sank der Umsatz im wichtigsten Absatzgebiet Europa um 7,5% auf 98,5 Mio CHF, in Lokalwährungen wären die Verkäufe um 8,4% geschrumpft. In Nordamerika wuchs Straumann dagegen um 1,3% (+0,2% in LW) auf 45,3 Mio. In Asien/Pazifik sanken die Verkäufe auf 22,7 Mio (-9,3%) und in den übrigen Märkten auf 8,3 Mio (-6,6%).

Mit den vorgelegten Zahlen hat Straumann die Markterwartungen insgesamt leicht unterschritten. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Konzernumsatz von 176,5 Mio CHF und einen Umsatz für Europa von 100,3 Mio erwartet.

Kostensenkung und Stellenabbau
In Reaktion auf das Marktumfeld stehen bei Straumann weitere Umstrukturierungen und Initiativen für Kosteneinsparungen an. Weltweit ist bis zum Jahresende die Reduktion um etwa 200 Stellen auf rund 2’230 geplant, wie das Unternehmen ankündigte. Mit rund 110 geplanten Stellenkürzungen sei der Hauptsitz der Gruppe in Basel hiervon am stärksten betroffen. Diese Initiativen dürften im ersten Halbjahr 2013 einmalige Aufwendungen von 18 bis 20 Mio CHF zur Folge haben.

Das erste Quartal habe gezeigt, dass sich das Konsumklima nicht so schnell erhole wie erwartet und sich das Umfeld schneller verändere als prognostiziert. «Angesichts aktueller Entwicklungen und mittelfristiger Wirtschaftsprognosen lässt sich der heutige Personalbestand jedoch nicht länger aufrechterhalten», wird CEO Marco Gadola in der Mitteilung zitiert, der das Unternehmen seit Anfang April leitet. «Unsere soziale Verantwortung als Arbeitgeber werden wir selbstverständlich wahrnehmen», heisst es weiter.

Organisatorische Änderungen und Führungswechsel
Zudem kommt es zu einigen Veränderungen in der Geschäftsleitung. Als Leiter der neu geschaffenen Abteilung Customer Solutions & Marketing wird Frank Hemm berufen, der zuvor die Regionen EMEA, LATAM und Distributorenmärkte geleitet hat. Der Leiter des Segments Prosthetics, Sandro Matter, übernimmt die ebenfalls neue Position als Head Strategic Projects & Alliances. Mit den Änderungen und Wechseln in der Führungsstruktur will Straumann den Fokus auf Kundenbedürfnisse sowie Lösungen legen.

Neu in die Geschäftsleitung werden neben diesen beiden Managern zudem Wolfgang Becker (Sales Central Europe), Guillaume Daniellot (Sales Western Europe/LATAM) und Gerhard Bauer (Research, Development und Operations) berufen. René Willi, bisher Leiter der Surgical Business Unit, verlässt nach acht Jahren das Unternehmen, wie es in dem Communiqué weiter heisst.

Ausblick bestätigt
Straumann rechnet damit, dass sie 2013 – auch in einem schwachen Marktumfeld – höhere Gewinne erzielen wird und bekräftigt damit früher getroffene Aussagen. Dabei seien jedoch Sondereffekte aus dem Jahr 2012 sowie die Kosten des Optimierungsprogramms ausgenommen. Die schwache Konjunktur und das gedämpfte Konsumklima werden in Europa weiter das Geschäft belasten, so die Erwartung des Managements. Nordamerika, China und Brasilien dürften sich dagegen gut entwickeln.

Mittelfristig sei man bestrebt, wieder ein solides Wachstum und eine signifikant höhere Betriebsmarge zu erzielen. (awp/mc/pg)

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