Alllianz: Erneuerbare Energien – China und Indien überholen USA bei Investitionsklima

Von moneycab - 09:58

Eingestellt unter: ! Top, Dossiers, Green World, Int Politik, International

(Bild: Ewind.es)

Berlin / Bonn / München – Während China und Indien mit ehrgeizigen Ausbauplänen für Erneuerbare Energien bei der globalen Energiewende vorangehen, droht sich das Tempo in den USA zu verringern. Die Klimapolitik der neuen US-Regierung hat negative Auswirkungen auf das Investitionsklima für Erneuerbare Energien im Land – dennoch schaffen gegenläufige Faktoren wie sinkende Kosten und Strategien von Bundesstaaten, Kommunen und Unternehmen eine gute Grundlage für eine Fortsetzung des Ausbaus grüner Technologien.

Dies sind einige der Kernergebnisse des heute veröffentlichten Allianz Climate & Energy Monitors „Deep Dive“ von Allianz Climate Solutions, Germanwatch und des NewClimate Institute. Die Studie analysiert die Investitionen und Investitionsbedingungen für Erneuerbare Energien in den drei Staaten und vergleicht diese mit den notwendigen Investitionen zum Erreichen der Pariser Klimaziele. Die drei Länder sind zusammen für mehr als die Hälfte der globalen CO2-Emissionen verantwortlich und die wichtigsten Märkte für Erneuerbare Energien. Sie spielen damit eine Schlüsselrolle für das Erreichen des Ziels, die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Investitionen in Erneuerbare Energien in den kommenden zwei Jahrzehnten weltweit stark wachsen müssen, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Neuesten Zahlen von UNEP und Bloomberg New Energy Finance zufolge flossen bereits im vergangenen Jahr in China, den USA und Indien zusammen 134 Milliarden US-Dollar in Erneuerbare Energien – dies entsprach mehr als der Hälfte der weltweiten Investitionen. China und die USA müssen ihre Investitionen im Energiesektor dennoch bis 2035 verdoppeln, Indien gar verdreifachen – und fast alle diese Investitionen müssen in grüne Energien fliessen.

Abkehr von der Kohle in China und Indien
Chinas Ausbauziele deuten derzeit auf eine Übererfüllung der eigenen Klimaziele hin: 2020 soll die installierte Leistung der Erneuerbaren Energien um 38 Prozent über dem Level von 2015 liegen, das entspräche Investitionen in Höhe von rund 360 Milliarden US-Dollar und einer installierten Kapazität von 680 Gigawatt (GW). Zum Vergleich: Deutschland kommt aktuell auf rund 100 GW, ein Park mit 10 modernen Windkraftanlagen entspricht ungefähr 0,04 GW Kapazität.

Auch Indien ist auf einen schnellen Ausbaupfad eingebogen, im vergangenen Jahr wurden die Ausbauziele für Wind- und Solarenergie übererfüllt. Bis 2022 sollen 175 GW Erneuerbare installiert sein. Indien ist ebenfalls auf dem Weg, seine nationalen Klimaziele zu erfüllen. Zugleich wenden sich beide Staaten langsam von der Kohle ab: China hat eine Reihe von Plänen für neue Kohlekraftwerke gekippt und sogar einige alte stillgelegt, Indien könnte nach 2022 auf den Bau neuer Kohlekraftwerke verzichten.

Auch in den USA boomen die Erneuerbaren Energien. Wind- und Solarkraft machten im vergangenen Jahr 60 Prozent (16 GW) der neu zugebauten Kapazitäten aus. Ein Grossteil dieser Entwicklung ist auf sinkende Kosten und die wachsende Wettbewerbsfähigkeit Erneuerbarer zurückzuführen sowie auf die ambitionierte Politik mehrerer US-Bundesstaaten zugunsten klimaschonender Stromerzeugung. Die Klimapolitik der neuen US-Regierung droht Investoren jedoch zu verunsichern, da die künftigen Investitionsbedingungen schwieriger zu prognostizieren sind. Die Autoren der Studie sehen daher zwar ein Zurückfallen der USA im Vergleich zu China und Indien, halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass der Ausbau grüner Technologien in den USA einbricht.

“Rapide fallende Kosten für Erneuerbare Energien und gute Investitionsbedingungen in einigen Bundesstaaten machen die USA weiterhin attraktiv für institutionelle Anleger wie die Allianz – trotz der vermutlich weniger ambitionierten Klimapolitik ab 2020 auf Bundesebene”, sagt Thomas Liesch von Allianz Climate Solutions, einer der Autoren der Studie.

Falls die USA mittelfristig als Vorreiter ausfallen, könnte die EU an ihre Stelle treten
“Schon im vergangenen Jahr war zu beobachten, dass es China und Indien besser als den USA gelang, ein verlässliches und effektives Investitionsklima für Erneuerbare Energien zu schaffen. Mit der sich derzeit abzeichnenden Klimapolitik der neuen US-Regierung dürfte sich dieser Trend fortsetzen“, ergänzt Niklas Höhne von NewClimate Institute, Co-Autor der Studie.

China, Indien und die USA können eine Führungsrolle auf dem Weg zur globalen Energiewende spielen. Jedoch könnte sich der Ausblick für die USA insgesamt eintrüben. Dann wäre ein weiterer Vorreiter notwendig, um einen stabilen Trend und gute Bedingungen für eine weltweite Transformation zu erreichen. „Die EU könnte an die Stelle der USA treten und die damit verbundenen ökonomischen Chancen ergreifen“, erklärt Jan Burck von Germanwatch, Co-Autor der Studie. „Darüber hinaus spielt Deutschland als aktuelle G20-Präsidentschaft eine entscheidende Rolle: Die Bundesregierung muss nun die übrigen G20-Staaten überzeugen, eigene Klimaschutzpläne aufzustellen.“ (Allianz/mc/ps)

Über die Autoren
NewClimate Institute GmbH ist ein wissenschaftlich orientiertes gemeinnütziges Institut mit Sitz in Köln und Berlin. Das NewClimate Institute ist seit 2014 aktiv an der Gestaltung von Klimapolitik auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse beteiligt und verfolgt als solches intensiv den nationalen und internationalen Klimadiskurs. Der Schwerpunkt der Kompetenz liegt auf der Entwicklung und Bewertung von klimapolitischen Massnahmen und Strategien, der Entwicklung und Umsetzungsbegleitung von Minderungsstrategien sowie der internationalen Klimafinanzierung.
https://newclimate.org/

Germanwatch: Unter dem Motto „Hinsehen, Analysieren, Einmischen“ engagiert sich die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch seit 1991 für Nord-Süd-Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen. Ein wichtiges Thema ist die Energiewende mit ihren weltweiten Auswirkungen.
www.germanwatch.org

Allianz Climate Solutions ist das Kompetenzzentrum der Allianz Gruppe für den Klimawandel. Allianz Climate Solutions dient externen Kunden und Allianz-Gesellschaften mit Fachexpertise für Risikoanalysen, Investitionen und Versicherungslösungen mit Fokus auf erneuerbaren Energien und Umwelttechnologien.
www.acs.allianz.com

Über die Allianz
Die Allianz Gruppe ist für über 86 Millionen Privat-und Geschäftskunden in mehr als 70 Ländern tätig. Sie ist damit einer der weltweit grössten Versicherer und Vermögensverwalter. Im Jahr 2016 erwirtschafteten über 140.000 Mitarbeiter weltweit einen Gesamtumsatz von 122,4 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 10,8 Milliarden Euro. Die Allianz Gruppe verwaltete einen Anlagebestand von 653 Milliarden EUR. Darüber hinaus kümmerten sich unsere Vermögensverwalter Allianz GI und PIMCO um Assets Dritter in Höhe von über 1,3Billionen EUR. Kunden der Allianz profitieren von einem umfangreichen Angebot an privaten und gewerblichen Versicherungsleistungen, die von der Sach-und Krankenversicherung über Assistance Services bis hin zur Kreditversicherung und globalen Unternehmensversicherung reichen. Als Investor ist die Allianz in einer Vielzahl von Sektoren tätig, einschliesslich im Aktien-und Anleihengeschäft, in der Infrastruktur, in Immobilien sowie im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Strategien der langfristigen Wertschöpfung in der Gruppe maximieren die risikoadäquaten Erträge. Diese Aussagen stehen wie immer unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen nachstehend zur Verfügung gestellt wird.

Noch keine Kommentare

Eine Antwort hinterlassen

Kuratierte Interviews von Moneycab:

Anzeige

Tweets

Anzeige