Adecco Q2: Umsatz organisch 4 Prozent im Minus

Patrick De Maeseneire

Adecco-CEO Patrick De Maeseneire.

Glattbrugg – Der Personalvermittler Adecco hat auch im zweiten Quartal 2012 unter der schleppenden Konjunkturentwicklung gelitten. Er erwirtschaftete einen Umsatz von 5,20 Mrd EUR, was einem Plus von 1% auf berichteter Basis bzw. von -4% auf organischer Basis entspricht. Die Wachstumsrate hat sich damit wieder abgeschwächt, war Adecco doch im ersten Quartal organisch lediglich um 1% geschrumpft.

Die Bruttomarge stieg in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahresquartal um 80 Basispunkte (BP) auf 17,7%, organisch waren es immerhin +30 Basispunkte, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Preisdisziplin habe sich hier ausbezahlt, heisst es dazu. Der Konzern lege weiterhin den Fokus stark auf Kostenkontrolle. Die allgemeinen Kosten (SG&A) seien organisch und vor Integrations- und Restrukturierungskosten leicht gesunken im Vergleich zum Vorjahr.

Reingewinn um 20% rückläufig
Die operative Marge (EBITA) erreichte 3,7% und war damit im Vorjahresvergleich vor Integrations- und Restrukturierungskosten 20 BP tiefer, der EBITA selbst erreichte 194 Mio EUR (-4%) vor bzw. 185 Mio EUR (-7%) nach Einmalkosten. Beim Reingewinn ergab sich ein Minus von 20% auf 113 Mio EUR zu. Die Gruppe hat im ersten Halbjahr ausserdem einen operativen Cash Flow von 81 Mio CHF erwirtschaftet.

Insgesamt hat Adecco die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) beim Umsatz verfehlt und beim Reingewinn übertroffen. Diese rechneten mit einem Umsatz von 5,26 Mrd und einem Reingewinn von 102 Mio EUR.

Unterschiedliche Entwicklung in Regionen
Geographisch habe sich im zweiten Quartal weiterhin ein divergierendes Bild gezeigt, so CEO Patrick De Maeseneire in der Mitteilung. In Nordamerika stieg der Umsatz leicht um 2%, UK und die Emerging Markets hätten sich ebenfalls gut gehalten, bei letzterem gab es ein zweistelliges Wachstum. Der Fokus auf die Profitabilität habe ausserdem in Frankreich zu einem Umsatzwachstum geführt. Die Nachfrage abgeschwächt habe sich dagegen in Deutschland und Italien.

Mit Blick nach vorne zeigt sich Adecco zurückhaltend. Der Umsatzrückgang im Monat Juli sei leicht höher gewesen als im zweiten Quartal insgesamt, dies getrieben durch Frankreich und Japan. Während Adecco für Europa eine weitere Abschwächung erwartet, beschleunige sich das Geschäft in Nordamerika weiter.

Mittelfrist-Ausblick bestätigt
Mit Blick nach vorne zeigt sich Adecco zurückhaltend. Im Juni sei der bereinigte Umsatz im Vorjahresvergleich rund 3% tiefer gewesen und dies habe sich im Juli gar noch etwas abgeschwächt. Als Gründe nennt Adecco hier vor allem die Entwicklung in Frankreich und Japan. Die divergierende Entwicklung dürfte weiter gehen. Während Adecco für Europa eine weitere Abschwächung erwartet, beschleunige sich das Geschäft in Nordamerika weiter. In den Emerging Markets bleibe das Wachstum gesund.

Vor diesem Hintergrund der makroökonomischen Entwicklung seien Preisdisziplin und pro-aktives Kostenmanagement weiter zentral, heisst es. Die Kosten dürften sich im dritten Quartal ähnlich denen im zweiten Quartal entwickeln. Mit den Zweitquartalszahlen bekräftigte Adecco erneut die Zielsetzung, wonach mittelfristig eine EBITA-Marge von über 5,5% erzielt werden soll.

Zusammenführung Netzwerke Adecco Adia auf Kurs
Die angestrebte Zusammenführung der beiden Netzwerke von Adecco und Adia in Frankreich sei zudem auf Kurs. Die zu früherem Zeitpunkt für die Zusammenführung genannten Kosten von 45 Mio EUR werden bestätigt.

Weiter teilte Adecco mit, dass im Rahmen des vor kurzem gestarteten Aktienrückkaufs über 400 Mio EUR bis jetzt Papiere im Wert von 10 Mio EUR zurückgekauft worden seien. (awp/mc/ps/cs)

 

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