Parmelin-Nachfolge: Das Kandidaten-Karussel dreht sich

Parmelin-Nachfolge: Das Kandidaten-Karussel dreht sich
Zwei mögliche Kandidaten für die Parmelin-Nachfolge: Thomas Aeschi (l.) und Michael Graber. (parlament.ch/mc)

Bern – Am Freitagmittag läuft die Frist der SVP für die Kandidaturen zur Nachfolge von Guy Parmelin ab. Kurz vor Ablauf der Frist wagen sich weitere Kandidaten aus der Deckung. So wollen aus dem Oberwallis Nationalrat Michael Graber und Staatsrat Franz Ruppen werden. Und die SVP des Kantons Zug hat Fraktionschef Thomas Aeschi für die Landesregierung nominiert.

Aeschis persönlicher Entscheid stehe aber noch aus, teilte die Kantonalpartei mit. Aeschi liess sich in der Mitteilung der kantonalen SVP zitieren, er werde in den kommenden Wochen intensive Gespräche mit seiner Familie sowie Vertreterinnen und Vertretern der eigenen und der weiteren Parteien führen, bevor er der Findungskommission mitteilen kann, ob er kandidiert. Als Mitglied jener Kommission ist er bis zur Bundesratswahl am 9. Dezember in den Ausstand getreten, hiess es weiter.

Thomas Aeschi gehört dem Nationalrat seit 2011 an und präsidiert seit neun Jahren die SVP-Fraktion. In der grossen Kammer ist er unter anderem Mitglied der Aussenpolitischen Kommission und in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben.

Aeschi ist selbständiger Wirtschafts- und Unternehmensberater, verheiratet und hat eine Tochter. Vor seiner Karriere in Bundesbern politisierte er ab 2010 für kurze Zeit im Zuger Kantonsparlament. Sechs Jahre lang war er Präsident der kantonalen SVP.

Der Baarer hegt nicht zum ersten Mal Bundesratsambitionen. 2015 war er einer der SVP-Kandidaten für die Nachfolge von Eveline Widmer-Schlumpf (BDP), unterlag damals jedoch im dritten Wahlgang Guy Parmelin, den er nun beerben könnte.

Zwei Kandidaturen aus dem Oberwallis
Der Walliser Nationalrat Michael Graber gab seine Kandidatur in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen im Vorfeld einer Medienkonferenz der SVP Oberwallis bekannt. «Ich rechne mir intakte Chancen aus, von der SVP offiziell nominiert zu werden. Wie gross meine Chancen auf eine Wahl in den Bundesrat sind, lässt sich derzeit kaum abschätzen», so Graber im Interview.

Graber ist seit fünf Jahren Nationalrat. 2024 hatte er für Schlagzeilen gesorgt, als er sich zusammen mit Fraktionschef Thomas Aeschi im Bundeshaus den Anweisungen von Bundespolizisten widersetzt hatte und es zum Gerangel gekommen war.

Im Interview rechnet sich der Oberwalliser durchaus Chancen aus, auf das SVP-Ticket zu kommen. Dass er bei einer Wahl in den Bundesrat die Romands verdrängen würde, sei für ihn kein Problem. Vorübergehende Ungleichgewichte zwischen den Sprachregionen könne es geben, ausserdem habe er einen starken Bezug zum französischsprachigen Unterwallis.

Die SVP Oberwallis nominierte aber nicht nur Graber: Auch Staatsrat Franz Ruppen steigt ins Rennen ein. Wie Michael Graber ist auch er Anwalt. Von 2015 bis 2019 sass er für die SVP im Nationalrat. Seit 2021 ist er Staatsrat im Wallis.

Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter will nicht Bundesrat werden
Der 60-jährige Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter kandidiert hingegen nicht für die Nachfolge von Bundesrat Parmelin. Dies teilte die Zürcher Kantonalpartei am Freitag mit. Matter habe der Parteileitung mitgeteilt, dass er angesichts der Tragweite der Entscheidung und der Kürze der Meldefrist auf eine Bewerbung verzichten wolle, schreibt die SVP.

Am Donnerstagabend hatten mit dem Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg und dem Tessiner Ständerat Marco Chiesa zwei weitere Bewerber ihre Kandidatur angemeldet.

Zuvor hatten bereits die Genfer Nationalrätin und SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz und der Solothurner Nationalrat Rémy Wyssmann ihr Interesse bekundet. (awp/mc/pg)

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