Vorsichtiger Optimismus auf dem Schweizer Arbeitsmarkt

Bau
(Foto: Jürgen Fälchle - Fotolia.com)

Im Baugewerbe zeigt man sich bezüglich Beschäftigung zuversichtlich. (Foto: Jürgen Fälchle – Fotolia.com)

Zürich – Gemäss dem Manpower Arbeitsmarktbarometer sind die Beschäftigungsaussichten für das 3. Quartal 2015 erneut überraschend positiv. Im Baugewerbe bleibt das Klima saisonal bedingt besonders günstig und auch in mehr als der Hälfte der Regionen stellen die befragten Arbeitgeber erfreuliche Prognosen. Im Quartals- und Jahresvergleich gehen die Ergebnisse sowohl nach Sektoren als auch nach Regionen allerdings mehrheitlich leicht bis deutlich zurück.

Den Ergebnissen des Manpower Arbeitsmarktbarometers Schweiz für den Zeitraum von Juli bis September 2015 zufolge rechnen 6 % der 750 Arbeitgeber, welche zwischen dem 15. und 28. April befragt wurden, mit einem Anstieg ihrer Beschäftigtenzahlen, während 5 % von einem Rückgang ausgehen, 83 % keine Veränderung erwarten und 6 % sich noch keine Meinung gebildet haben. Die saisonbereinigte Netto-Arbeitsmarktprognose liegt bei +2 %, dies entspricht einem Rückgang um 2 Prozentpunkte im Quartalsvergleich und um 1 Prozentpunkt im Jahresvergleich.

Pessimismus in der Ostschweiz
Die Ergebnisse für das 3. Quartal 2015 sind in sechs der sieben Schweizer Regionen positiv, allerdings sinken die Werte im Quartalsvergleich in fünf Regionen. Das höchste Ergebnis meldet die Nordwestschweiz (+8 %), welche auch den grössten Anstieg im Jahresvergleich aufweist (22 Prozentpunkte). Am pessimistischsten zeigen sich die Arbeitgeber hingegen in der Ostschweiz (-3 %), welche auch den deutlichsten Verlust im Jahresvergleich meldet (9 Prozentpunkte). Die Zentralschweiz (+1 %), welche als einzige Region seit acht Quartalen in Folge positive Ergebnisse vorweist, verzeichnet ihren tiefsten Wert seit dem 3. Quartal 2013 und die grössten Einbussen im Quartals- und Jahresvergleich (17 bzw. 9 Prozentpunkte). Die Arbeitgeber im Tessin (+1 %) wagen vorsichtigen Optimismus und die Region meldet den grössten Anstieg im Quartalsvergleich (11 Prozentpunkte).

Zuversichtliches Baugewerbe
Die Arbeitgeber in vier der zehn untersuchten Wirtschaftszweige rechnen mit einer Erweiterung ihrer Personalbestände im kommenden Quartal. Im Baugewerbe (+18 %) zeigen sie sich am optimistischsten, der Sektor meldet den grössten Wertanstieg im Jahresvergleich (16 %). Der Sektor Verkehr und Nachrichtenwesen (-8 %) weist hingegen die tiefste Netto-Arbeitsmarktprognose sowie die grössten Verluste im Quartals- und Jahresvergleich auf (10 bzw. 9 %), dahingegen wurde in der Land- und Forstwirtschaft (0 %) der grösste Anstieg im Quartalsvergleich gemessen (17 %). Im Service public und Sozialwesen (+9 %) stellen die Arbeitgeber ihren Optimismus mit der sechsten positiven Netto-Arbeitsmarktprognose in Folge unter Beweis, während sie in der Energie- und Wasserversorgung (-3 %) nach einem optimistischen Jahr eher pessimistisch sind. In der verarbeitenden Industrie sind die Beschäftigungsaussichten weiterhin schwach (-5 %); in diesem Sektor war das Ergebnis in den letzten zehn Quartalen nur einmal positiv.

Ergebnisse nach Unternehmenskategorien
In allen vier Unternehmenskategorien rechnen die Arbeitgeber mit einer Erweiterung ihrer Belegschaften im 3. Quartal 2015. Die höchste Netto-Arbeitsmarktprognose verzeichnen weiterhin die Grossunternehmen (+6 %), welche allerdings den grössten Rückgang im Quartalsvergleich aufweisen (8 Prozentpunkte). Relativ optimistisch zeigen sich auch die Kleinunternehmen (+4 %), welche im Quartals- und Jahresvergleich einen Anstieg melden (4 bzw. 5 Prozentpunkte). In den mittleren Unternehmen (+3 %) ist das Ergebnis positiv, obwohl die Kategorie den grössten Wertverlust im Jahresvergleich verzeichnet (4 Prozentpunkte) und auch bei den Kleinstunternehmen (+1 %) herrscht verhaltener Optimismus.

Beschäftigungsaussichten in der EMEA-Region
Wie bereits im Vorquartal wurde in 23 der 24 untersuchten Länder der EMEA-Region eine positive Netto-Arbeitsmarktprognose gemessen und nur in einem Land fällt das Ergebnis negativ aus. Im Quartalsvergleich melden sieben Länder einen Anstieg, zehn einen Rückgang und sieben keine Veränderung ihrer Werte. Im Jahresvergleich steigt das Ergebnis in elf Ländern an, sinkt in zehn und bleibt in dreien stabil. Spitzenreiter der Region sind die Türkei (+14 %), Israel und die Slowakei (je +12 %). Nur Italien (-4 %) meldet weiterhin ein negatives Resultat.

Beschäftigungsaussichten weltweit
Obgleich die meisten untersuchten Länder weltweit positive Werte für das 3. Quartal 2015 aufweisen, meldet mehr als die Hälfte Verluste im Quartals- und Jahresvergleich. 40 der 42 Länder rechnen mit einem Anstieg ihrer Personalbestände im 3. Quartal 2015 und nur in Brasilien (-3 %) und Italien (-4 %) fällt das Ergebnis negativ aus. Im Quartalsvergleich steigt das Ergebnis in elf Ländern an, sinkt in 22 und bleibt in neun unverändert. Im Jahresvergleich melden. (Manpower/mc/pg)

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