Rekordzahl von Neugründungen an der ETH Zürich
Zürich – An der ETH Zürich wurden im Jahr 2025 mehr Neugründungen registriert als je zuvor. Neu wird zwischen ETH-Spin-off- und ETH-Startup-Unternehmen unterschieden. Für letztere gibt es ein neues Startup-Förderprogramm.
Die ETH Zürich hat 2025 insgesamt 46 neu gegründete Unternehmen anerkannt, im Vergleich zu 37 ETH Spin-offs im Jahr davor. Zudem wurden neue Regelungen für die Ausgründung von Unternehmen in Kraft gesetzt. Neben dem bekannten «ETH-Spin-off»-Label für Unternehmen, deren Geschäftsidee auf Forschungsergebnissen der ETH Zürich basiert, wird seit 2025 auch das «ETH Startup»-Label vergeben. Es ist für Unternehmen gedacht, die von ETH-Angehörigen mithilfe von an der Hochschule angeeignetem Wissen gegründet werden, jedoch keine Forschungsergebnisse der ETH nutzen. «ETH Start-ups werden besonders oft von Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen gegründet und werden von der ETH Zürich mit diversen Förderprogrammen unterstützt», erklärt Effy Vayena, seit Anfang 2026 Vizepräsidentin für Wissenstransfer und Wirtschaftsbeziehungen an der ETH Zürich. 9 der 46 Unternehmen entstanden denn auch aus Projekten, die im Student Project House der ETH ihren Ursprung haben.
Neues Förderprogramm für ETH Startups
Ein speziell für ETH Startups entwickeltes Förderprogramm ist «UPortunity», das von der UBS ermöglicht wird. UPortunity Fellows erhalten ein monatliches Gehalt, ein Projektbudget, Büro- und Laborflächen und werden von erfahrenen Gründer:innen und Expert:innen begleitet. Zu den ersten Startups, die von diesem Programm profitierten, gehört das von einer ETH-Absolventin gegründete Startup Kalligo Medical AG (Softletics). Das Unternehmen entwickelt einen Prothesenschaft, der sich automatisch an Veränderungen des Gliedmassenvolumens der Prothesenträger:innen im Laufe des Tages anpasst und so Schmerzen und Instabilität vermeidet.
Im vergangenen Jahr wurden 24 ETH-Spin-offs und 22 ETH-Startups anerkannt. Aufgrund der neuen Regeln für ETH-Ausgründungen sind die Zahlen nicht exakt mit den Vorjahren vergleichbar, da einige Unternehmen, die in der Vergangenheit ein Spin-off-Label erhalten hätten, heute in die Start-up-Kategorie fallen. Mynerva AG ist eines der neuen ETH-Spin-offs. Das Unternehmen hat eine Socke mit künstlicher Intelligenz für Menschen mit diabetischer Neuropathie entwickelt. Betroffene können damit nicht nur sicherer gehen, sie haben dank der elektrischen Nervenstimulation auch weniger Schmerzen und benötigen möglicherweise seltener Medikamente. Das ETH Spin-off Soverli AG wiederum bringt eine neue Smartphone-Architektur auf den Markt, die abgeschottete Bereiche auf einem Gerät ermöglicht – etwa für sichere Chats, Krisenkommunikation oder sensible Daten von Unternehmen und Behörden.
Wachstum bei den Investitionen geht weiter
Technologie und Software, insbesondere Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (KI und ML), sind mit einem Anteil von 26 Prozent an den neuen ETH Ventures weiterhin der dominierende Industriesektor, gefolgt von Biotechnologie und Pharmazeutika mit einem Anteil von 15 Prozent. Dieser Zuwachs bei den KI-Unternehmen zeigt sich auch in den Risikokapitalinvestitionen in Unternehmen, die an der ETH Zürich gegründet wurden. In 41 im Jahr 2025 offengelegten Finanzierungsrunden, sicherten sich an der ETH gegründete Unternehmen 540 Millionen Schweizer Franken – ein Anstieg von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 12 der 41 Finanzierungsrunden überstieg das aufgebrachte Kapital 10 Millionen Schweizer Franken, wobei Firmen aus den Bereichen KI und Robotik besonders gut abschnitten. Auterion AG, die Software für Drohnen entwickelt, war mit 103 Millionen Schweizer Franken am erfolgreichsten, gefolgt von Beekeeper AG und DeepJudge AG, die sich rund 34 Millionen bzw. 33 Millionen Schweizer Franken sichern konnten. Beekeeper AG fusionierte später im Juli 2025 mit LumApps SAS, wodurch sich der Gesamtwert des Unternehmens auf 860 Millionen Schweizer Franken belief.
Anteil Gründerinnen bei 17 Prozent
Der Anteil der Gründerinnen hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt und liegt dieses Jahr bei 17 Prozent. Während in vergangenen Jahren rein männliche Teams rund zwei Drittel der Unternehmen gründeten, kamen die gemischten Teams und die rein weiblichen Teams zusammen auf einen Anteil von rund einem Drittel. (ETH/mc/pg)