Zurich Insurance im Q1 deutlich über Erwartungen

Martin Senn

Zurich-CEO Martin Senn.

Zürich – Der Versicherungskonzern Zurich Insurance hat im ersten Quartal 2012 den Gewinn deutlich gesteigert, allerdings gegenüber einem von grossen Naturkatastrophen belasteten Vorjahresergebnis. In den Wachstumsmärkten baut der Versicherer seine Präsenz weiter aus und so wuchs das Geschäftsvolumen. Nach einer Übernahme in Malaysia und der Kooperation mit Santander in Lateinamerika, unterzeichnete die Zurich mit HSBC im Nahen Osten eine Vertriebsvereinbarung.

Der Reingewinn der Zurich betrug im ersten Quartal 1,14 Mrd USD. Dieser lag deutlich über dem Vorjahreswert von 640 Mio, der jedoch von den Naturkatastrophen in Japan, Australien und Neuseeland mit rund einer halben Milliarde belastet war. Der operative Gewinn (Business Operating Profit – BOP) erhöhte sich um 61% auf 1,38 Mrd, wie Zurich am Donnerstag mitteilt. Mit den Ergebnissen übertraf die Zurich die Analystenerwartungen.

Volumenwachstum
Das Geschäftsvolumen der Gruppe wuchs um ebenfalls deutliche 10% auf 19,6 Mrd USD. In Lokalwährungen beträgt das Wachstum gar 12%. Im Bereich General Insurance (GI) steigerte die Zurich die Bruttoprämieneinnahmen und Policengebühren um 4% (+5% in LW) auf 10,5 Mrd. Der Versicherer konnte die GI-Prämiensätze um durchschnittlich 3% erhöhen. Organisches Wachstum sei in den Bereichen Global Corporate, North America Commercial und International Markets erreicht worden, heisst es. Übernahmen in Malaysia und Lateinamerika stützten zusätzlich, während die Volumen in Europa in Lokalwährung weiter schrumpfen.

Combined Ratio von 103,6 auf 94,6% verbessert
Die Combined Ratio verbesserte sich auf 94,6 (Vj 103,6)% und der BOP des Segments erhöhte sich auf 856 Mio USD nach 280 Mio. Reserveauflösungen für Geschäft aus früheren Jahren im Umfang von 138 (265) Mio begünstigten das Ratio mit 1,9 Prozentpunkten. Belastungen aus grossen Naturkatastrophen blieben aus, während solche den Schaden-Kosten-Satz im Vorjahr mit 6,8 Punkten belastet hatten. Im Global-Life-Geschäft lag das Volumen vor allem wegen Santander um 16% (+19% in LW) höher bei 7,40 Mrd USD, der BOP ging dagegen um 19% auf 293 Mio zurück. Der Rückgang der Zinsmarge und geringere aktivierte Abschlusskosten hätten sich negativ ausgewirkt, hiess es. Mit Farmers Management steigerte die Zurich die Managementgebühren um 4% auf 710 Mio USD. Der BOP sank wegen des schlechteren Rückversicherungsergebnisses um 2% auf 372 Mio.

SST-Quotient unter 200%
Mit den Kapitalanlagen der Gruppe von rund 200 Mrd USD erwirtschaftete die Zurich einen Netto-Ergebnis von 1,76 Mrd USD. Das ist 4% mehr als im Vorjahr. Die Anlagerendite (nicht annualisiert) verharrte auf 0,9%, die Gesamtanlagerendite aufgrund hoher nicht-realisierter Kapitalgewinne auf 2,1% gegenüber 0,3% im Vorjahr. Das Eigenkapital der Gruppe stieg per Ende März auf 31,8 (Ende 2011: 31,6) Mrd USD. Die den Aktionären zurechenbare Eigenkapitalrendite ohne Vorzugspapiere wird mit 14,4 (8,3)% ausgewiesen. Die Rendite auf Basis BOP lag bei 13,4 (8,5)%. Der Quotient nach Swiss Solvency Test (SST) per Ende Jahr 185% nach 225% Ende Juni 2011.

Kooperation mit HSBC
Die Umsetzung der Strategie der Zurich verlaufe weiter nach Plan, wird CEO Martin Senn in der Mitteilung zitiert. Durch Übernahmen und Allianzen sei die Position in verschiedenen wichtigen Märkten gefestigt worden. Im vergangenen Monat unterzeichnete die Zurich eine exklusive Vertriebsvereinbarung über 10 Jahre für den Verkauf von Versicherungsprodukten an vermögende HSBC-Kunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar. Weiter verfüge die Gruppe in Singapur nun über Lizenzen, die den Zugang zu den Zielsegmenten für Lebensversicherungsprodukte bieten. «Ferner haben wir in Malaysia MAA umbenannt, die nun unter der Marke Zurich firmiert», so Senn. Und in Lateinamerika wirke sich das von Santander übernommene Versicherungsgeschäft bereits positiv auf das Ergebnis aus. (awp/mc/upd/ps)

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