CH: Deutlich mehr Erwerbstätige – Schlechtere Arbeitsbedingungen

Neben dem höheren Rentenalter für Frauen wirkte sich vorab die deutlich rückläufige Jugendarbeitslosigkeit aus. Insbesondere die Zahl der Lehrlinge nahm um 12’000 auf 211’000 zu, wie aus der am Montag veröffentlichten Arbeitskräfteerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor geht.


36’000 mehr 15- bis 24-Jährige Erwerbestätige
Unter den 15- bis 24-Jährigen stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 36’000 oder 6,8%, die Erwerbslosenquote sank gleichzeitig von 8,8 auf 7,7%. Die Quote liegt aber immer noch deutlich über dem Gesamtschnitt, der von 4,4 auf 4,0% sank.


Erhöhung des Frauenpensionsalters
Deutlich ausgewirkt hat sich die Erhöhung des Frauenpensionsalters auf 64 Jahre: Während im Jahr 2000 nur gut jede Fünfte Frau (21%) im Alter von 62 Jahren erwerbstätig war, sind es 2006 bereits 48%. Bei den 63-jährigen Frauen stieg der Anteil von 21% im Jahr 2004 auf 36%.


Teilzeitarbeit nimmt weiterhin zu
Auch die Teilzeitarbeit nimmt weiterhin zu: Gegenüber 2005 stieg ihr Anteil um 3,6%, bei der Vollzeitarbeit beträgt das Plus 1,2%. Es sind ausnahmsweise die Männer (+12%), die stärker zum Anstieg der Teilzeitarbeit beitrugen als Frauen (+2%), wie das BFS schreibt.


Verschlechterung der Arbeitsbedingungen
Mit der zusätzlichen Erwerbstätigkeit ging aber eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen einher. Abendarbeit, Nachtarbeit und Arbeit auf Abruf nehmen zu. Seit 2003 hat die Zahl derer, die hauptsächlich zwischen 19 Uhr und Mitternacht arbeiten, um 12,6% auf 659 000 zugenommen. Mehr als jeder sechste Erwerbstätige ist betroffen.


Höherer Frauenanteil bei Abendarbeit
Nach Branchen stehen das Gastgewerbe (49% der Erwerbstätigen) und das Gesundheits- und Sozialwesen (24%) an der Spitze, zwei Branchen also mit einem hohen Frauenanteil. Dies erkläre, dass der Frauenanteil bei der Abendarbeit (18,3%) etwas höher ist als bei den Männern (16,2%).


Höherer Männeranteil bei Nachtarbeit
Bei der Nachtarbeit stehen hingegen die Männer (6,1%) vor den Frauen (4,6%). Seit 2003 nahm die Nachtarbeit gesamthaft um satte 13,6% auf 209’000 zu. Auch hier ist das Gastgewerbe (14%) und das Gesundheits- und Sozialwesen (10%) am meisten betroffen, dazwischen liegt die Branche Verkehr und Nachrichtenübermittlung (12%).


Arbeit auf Abruf nimmt stetig zu
Auch die Arbeit auf Abruf nimmt stetig zu, und zwar innert dreier Jahre um 11,2% auf 208’000. Diese Arbeitsform ist klare Frauensache, ihr Anteil liegt bei 60%, bei den Personen auf Abruf ohne zugesicherte Mindestarbeitszeit liegt der Frauenanteil sogar bei 67%.


887’000 Menschen arbeiten regelmässig am Wochenende
Wenig verändert hat sich hingegen die Zahl der Arbeitenden am Wochenende. Im Jahr 2006 arbeiteten 887’000 Menschen regelmässig am Wochenende, 3,1% mehr als 2003. (awp/mc/ab)

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