EZB-Ratsmitglied Liebscher stützt Erwartungen weiterer Leitzinserhöhung

Bei der Frage weiterer Leitzisnerhöhungen im kommenden Jahr habe die EZB «keine vorgefsasste Meinung». Er könne «nichts ausschliessen».


Datenlage genau analysieren
Die EZB werde in jeder Sitzung die Datenlage genau analysieren und dann die notwendigen Beschlüsse fassen. Allerdings seien die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität «keineswegs geschwunden». Sie seien weiterhin vorhanden, «aus verschiedenen Ecken kommend». Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum des laufenden Jahres bezeichnete Liebscher als sehr gut. Die Aussichten für kommendes Jahr seien «etwas schwächer», sie bewegten sich in einer Gegend von zwei Prozent Wirtschaftswachstum.


Risiken: Ölpreise und Löhne
Als Unsicherheitsfaktor für 2007 verwies Liebscher etwa auf die Entwicklung des Ölpreises. Es sei schwer vorherzusehen, wohin die Reise des Ölpreises gehe. «Wir sehen derzeit ein wesentl ich niedrigeres Niveau, aber es ist mit Risiken behaftet, weil der Ölpreis an den Terminmärkten auf einem höheren Niveau liegt», sagte er. Auf der anderen Seite seien die Preisrückgänge vieler anderer Rohstoffe aufgrund einer hohen Nachfrage etwa in China und Indien bescheidener ausgefallen. Alleine sich auf die Ölpreisentwicklung zu fokussieren sei «wahrscheinlich zu wenig».


Preisrisiken
Daneben verwies Liebscher auf weitere Preisrisiken wie Steuererhöhungen und die Erhöhung administrierter Preise. Die Gefahr von Zweitrunden-Effekte infolge eines entspannteren Arbeitsmarktes sei «vielleicht heute grösser als vor einem Jahr». Daher sei eine moderate Lohnpoltik angesagt, um Lohn-Preis-Spiralen zu vermeiden. Auf mögliche Zweitrunden-Effekte werde die EZB «vorbeugend» reagieren.


Euroraum wiederstandsfähiger
Die europäische Wirtschaft sei widerstandsfähiger geworden, auch wenn die Ziele der Lissabon-Strategie nicht jenes Ergebnis gebrachte hätten, das man sich vorgestellt habe. In vielen EU-Staaten habe es eine Reihe von Strukturreformen gegeben wie die Öffnung der Gasmärkte sowie Renten- und Arbeitsmarktreformen. Auch wenn noch mehr getan werden müsse, sei der Euroraum weniger «empfindlich» sei als noch von fünf oder zehn Jahren. Die Auswirkungen einer weltwirtschaftlichen Abschwächung würden daher moderater ausfallen./bf/js/mw

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