Barry Callebaut H1: Verkaufsmenge gesteigert – Konzerngewinn gesunken

Barry Callebaut

Zürich – Der weltgrösste Schokolade-Produzent Barry Callebaut (BC) ist im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres 2012/13 volumenmässig deutlich schneller als der Markt gewachsen. Betriebs- und Reingewinn wurden allerdings vom starken Wachstum belastet und waren rückläufig. Die kurz vor Weihnachten angekündigte Übernahme der Cocoa Ingredients Division von Petra Foods ist derweil «auf gutem Weg».

Die Verkaufsmenge konnte in der Berichtsperiode (August bis Februar) um 7,8% auf 745’256 Tonnen gesteigert werden, wie der Konzern am Montag mitteilte. Der Wert hat sich damit gegenüber dem ersten Quartal (+8,3%) zwar etwas abgeschwächt, trotzdem wächst BC deutlich schneller als der Gesamtmarkt (+1,5% gemäss Nielsen-Zahlen). Während die Verkaufsmenge in Europa um 5,8% zunahm, waren es in Nord- und Südamerika 13,6% und in Asien-Pazifik 11,9%.

«Wir verzeichneten erneut ein starkes Wachstum der Verkaufsmenge und schnitten deutlich besser ab als der globale Schokoladenmarkt», wird CEO Jürgen Steinemann zitiert. Dank der strategischen Wachstumstreiber Outsourcing, Gourmetgeschäft und Schwellenländer sei man in allen geografischen Regionen und Produktgruppen gewachsen.

Der Umsatz sank dagegen um 2,4% auf 2,39 Mrd CHF (Lokalwährungen -2,6%). Dies hat allerdings vor allem mit den im Vorjahresvergleich niedrigeren Preisen für Kakaoprodukte zu tun, da BC die Rohstoffkosten für einen Grossteil des Geschäftes direkt den Kunden weitergibt.

Combined Cocoa Ratio belastet EBIT
Der Bruttogewinn konnte hingegen um 5,5% auf 357,3 Mio CHF gesteigert werden, wobei dieser Anstieg den höheren Verkaufsmengen und den verbesserten Produktmargen zuzuschreiben sei, wie es heisst. Der Betriebsgewinn (Stufe EBIT) fiel derweil um 2,1% auf 173,8 Mio, beim EBIT pro Tonne resultierte ein Minus von 9,3% auf 233,20 CHF.

Der EBIT sei durch die ungünstige Combined Cocoa Ratio (Verkaufspreis von Kakaobutter und Kakaopulver im Verhältnis zu Kakaopreis) beeinträchtigt worden. Ausserdem hätten höhere Fabrik- und Logistikkosten, die auf ein starkes Wachstum in einigen Regionen und dadurch verursachte Kapazitätsengpässe zurückzuführen waren, belastet. Zudem habe man weiter in den Ausbau der globalen Präsenz, die Strukturen und Prozesse investiert. Unter dem Strich resultierte (auf vergleichbarer Basis) ein um 7,4% tieferer Konzerngewinn von 116,4 Mio CHF. Damit hat BC die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) bei den meisten Zahlen leicht verfehlt.

Wie der Konzern weiter mitteilte, verläuft der Abschluss der vor ein paar Monaten angekündigten Übernahme der Cocoa Ingredients Division von Petra Foods plangemäss. Eine gemeinsame Integrations-Taskforce habe bereits mit der Entwicklung eines Masterplans begonnen. Dieser soll nach dem für diesen Sommer erwarteten Abschluss der Transaktion umgesetzt werden. Wie bereits bekannt, wird gegenwärtig die Finanzierung der Übernahme vorbereitet (u.a. mit Kapitalerhöhung).

Ziele bestätigt
Für den weiteren Ausblick zeigt sich das Unternehmen unverändert zuversichtlich. Der Fokus auf die Produktmargen bleibe dabei wichtig, heisst es. BC geht davon aus, dass die Ergebnisse im Bereich Kakaoverarbeitung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres ansteigen werden. Die Kostenbasis werde langsamer wachsen als die Verkaufsmenge, mit Ausnahme von Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit dem Abschluss der Übernahme und Integration der Petra-Transaktion.

Entsprechend werden die mittelfristigen Ziele (Wachstum Verkaufsmenge um 68% und mindestens gleich hohes durchschnittliches EBIT-Wachstum in Lokalwährungen) bestätigt. Sie gelten allerdings nur noch bis zum Abschluss der Petra-Transaktion. Danach will BC das Volumen zwar weiterhin um 6-8% jährlich steigern, neu soll aber der EBIT pro Tonne bis 2015/16 wieder auf den Stand von der Petra-Übernahme steigen. (awp/mc/upd/ps)

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