Swiss mit stabilem Betriebsertrag – Sparprogramm auf Kurs

Harry Hohmeister

Swiss-CEO Harry Hohmeister.

Zürich / Frankfurt – Die Swiss ist trotz härterer Konkurrenz erfolgreich unterwegs. Die Schweizer Fluggesellschaft hat den Halbjahresgewinn um fast zwei Drittel auf 118 Mio CHF gesteigert. Damit ist die Swiss die einzige profitable Airline im Lufthansa-Konzern.

Für den Gewinnsprung seien allerdings buchhalterische Effekte verantwortlich, teilte die Swiss am Donnerstag in einem Communiqué mit. Seit Anfang Jahr werden neue Flugzeuge und Reservetriebwerke der Lufthansa-Gruppe über 20 Jahre statt bisher über 12 Jahre abgeschrieben, was jährlich geringere Abschreibungen mit sich bringt.

„Klammert man diesen Effekt aus, bewegt sich das Resultat auf Vorjahresniveau“, schreibt die Swiss. Für die ersten sechs Monate 2013 hatte die Airline einen Überschuss von 72 Mio CHF bekannt gegeben.

Auch der Betriebsertrag genannte Umsatz blieb praktisch unverändert bei 2,52 Mrd CHF. Wie bereits bekannt sank die Zahl der Passagiere im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,5% auf 7,74 Mio. Ebenso ging die Auslastung der Flugzeuge etwas zurück, und zwar von 82,6 auf 81,7%. Dagegen transportierte die Swiss etwas mehr Fracht.

Harter Wettbewerb
Vom Gewinn geht mit 115 Mio CHF der grösste Teil auf das Ergebnis im zweiten Quartal zurück. Das Umfeld sei aber unverändert schwierig: „Swiss schlägt sich im Wettbewerbsvergleich zwar gut, von einer Beruhigung der Marktlage ist aber nichts zu verspüren, insofern müssen wir uns den Erfolg weiterhin hart erarbeiten“, wird Swiss-Chef Harry Hohmeister zitiert.

Vor allem das Europa- und Amerikageschäft der Fluglinie leide unter steigenden Überkapazitäten, die auf diesen Strecken zu Preisrückgängen führten. Der Zerfall der Durchschnittserlöse belaste die Erträge deutlich, schreibt die Swiss.

Als Hauptgrund hierfür wird der Erfolg rasant wachsender Rivalen vom Persischen Golf wie Emirates, Etihad und Qatar Airways angeführt. Und in Europa machen Billig-Konkurrenten wie Ryanair oder Easyjet der Swiss das Leben schwerer. Zu Buche schlug auch die Schwäche verschiedener Währungen.

Sparprogramm auf Kurs
Für das Gesamtjahr geht Hohmeister dennoch davon aus, das Ergebnis von 2013, als 264 Mio CHF Gewinn erzielt wurden, deutlich zu übertreffen; auch dies massgeblich wegen der neuen Abschreibungspolitik für Flugzeuge.

Das Sparprogramm Score sei auf Kurs, hiess es. Aktuell seien Projekte mit einem Ergebnisverbesserungspotential von 86 Mio CHF für 2014 vorgesehen. Das ist etwas weniger als im Vorjahr (98 Mio CHF), aber fast doppelt so viel als 2012 (49 Mio CHF).

Zusätzliche Entlastung dürfte der Rückzug der Swiss aus Basel bringen. Dort will der Lufthansa-Konzern ab nächstem Frühling mit der Billigmarke Eurowings dem Platzhirsch Easyjet Kunden abjagen, nachdem die Swiss in Basel Verluste geschrieben hat.

Zusammengelegt werden bis nächsten Juli auch die Flugschulen von der Swiss und Lufthansa. Damit wolle man Überlappungen im Pilotentraining eliminieren, hiess es bei der Swiss.

Nur Swiss profitabel
Dennoch ist die Schweizer Airline die einzige profitable im Lufthansa-Konzern. Die Lufthansa selber mit dem Billigflieger Germanwings und den Regionalfluggesellschaften weitete den operativen Verlust um 60% auf 146 Mio EUR aus.

Neben den sinkenden Preisen und dem harten Wettbewerb wurde die deutsche Fluggesellschaft von einem Pilotenstreik im April gebeutelt, der 61 Mio EUR kostete. Zudem haben Wertberichtigungen auf ausstehende Geldforderungen in Venezuela das Ergebnis mit 60 Mio EUR belastet.

„Das zweite Quartal war überhaupt nicht zufriedenstellend“, sagte Finanzchefin Simone Menne. Die Lufthansa müsse in der wichtigen Sommersaison einiges aufholen.

Auch die österreichische Austrian Airlines weitete den operativen Verlust im ersten Halbjahr um ein Viertel auf 44 Mio EUR aus, während der Umsatz leicht schrumpfte.

Insgesamt ging der Umsatz des Gesamtkonzerns um 2,1% auf 14,2 Mrd EUR zurück. Nur dank der verlängerten Abschreibungsdauer für Flugzeuge und Triebwerke stieg der operative Gewinn in der ersten Jahreshälfte um 56% auf 114 Mio EUR. Der Nettoverlust verringerte sich von 203 Mio auf 79 Mio EUR. (awp/mc/upd/ps)

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