Peter Huber, Geschäftsführer Intergenerika, zum Preisvergleich bei Generika

Von helmuth.fuchs - 19:25

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Peter Huber, Geschäftsführer Intergenerika (Bild: Intergenerika)

Von Helmuth Fuchs

Moneycab: Herr Huber, Santésuisse und Interpharma monieren auch in der diesjährigen Studie die zu hohen Preise für Generika in der Schweiz. Für Sie zielt die Kritik am Ziel vorbei, da es nebst den Preisen auch um Darreichungsformen, Informationen und zusätzliche Dienstleistungen gehe. Für mich als Konsument ist doch bei gleicher Wirksamkeit (gegeben durch die Inhaltsstoffe) nur der Preis relevant. Wieso soll für Generika nicht gelten, was für Originalpräparate gilt?

Peter Huber: Die Versorgungssysteme in den Vergleichsländern sind zum Teil sehr verschieden von der Schweiz. Sowohl die WHO als auch die EU Kommission empfehlen deshalb bei Generika den Auslandpreisvergleich zur Preisfestsetzung ausdrücklich nicht. In Holland zum Beispiel erhalten Sie immer nur das billigste verfügbare Produkt pro Wirkstoff. Sie haben keine Wahlfreiheit mehr, wenn die Preise ändern, müssen Sie unter Umständen auf ein anderes Ihnen nicht bekanntes und nicht vertrautes Produkt wechseln. Damit kann man doch unser System nicht vergleichen!

„Sowohl die WHO als auch die EU Kommission empfehlen deshalb bei Generika den Auslandpreisvergleich zur Preisfestsetzung ausdrücklich nicht.“ Peter Huber, Geschäftsführer Intergenerika

Wenn Sie auf eine andere Dosierung wechseln müssen, kann es sein, dass diese bei Ihrem Produkt nicht verfügbar ist, dann müssen Sie auch wieder zu einem anderen Präparat greifen. Auch günstige Kleinpackungen gibt es dann nicht und ihr Apotheker gibt Ihnen dann einfach 10 Tabletten in einem weissen Säcklein mit, die Patienteninformation können Sie ja aus dem Internet runterladen.

Wenn Sie zum Beispiel Schluckbeschwerden haben und eine grosse Tablette nicht schlucken können, dann können Sie nicht einfach zu einem anderen Medikament greifen, das Sie zum Beispiel im Joghurt suspendiert einnehmen können usw. All diese Probleme gibt es in der Schweiz nicht. Alle Generika müssen bei uns alle Dosierungen und alle Packungsgrössen anbieten, es gibt moderne patientengerechte Darreichungsformen und zusätzliche Informationen zu Krankheit und Therapie. Und natürlich die Möglichkeit das Arzneimittel auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten abgestimmt auszusuchen.

„In Holland zum Beispiel erhalten Sie immer nur das billigste verfügbare Produkt pro Wirkstoff. Sie haben keine Wahlfreiheit mehr.“

Viele gesunde Menschen sind sich gar nicht bewusst, wie wichtig es sein kann, die Wahlfreiheit zu haben. Nur wenn sie gegeben ist, können Arzt und Apotheker jeweils das für den individuellen Patienten optimale Produkt auswählen. Diese Qualität der Versorgung ist in der Praxis viel wert und darf auch etwas kosten. Deshalb sind die Generika in der Schweiz teurer und deshalb dürfen sie es auch sein.

Intergenerika
ist die Vereinigung der führenden Generikafirmen in der Schweiz, die ihrerseits über 90% des Generika-Volumens in der Schweiz repräsentieren. Intergenerika fördert die Akzeptanz von Generika durch Aufklärung von Medizinalpersonen, Fachverbänden, Krankenkassen und Patienten und fördert deren Verbreitung als qualitativ mindestens gleichwertige, jedoch preiswertere Arzneimittel. Im Weiteren plant und koordiniert der Verband die Kontakte zu Medien, Behörden und Vereinigungen im Bereiche von Medizinalpersonen und des Gesundheitswesens. Mit allen Massnahmen verfolgt Intergenerika das Ziel einer angemessenen Vertretung von Generika im schweizerischen Arzneimittelmarkt bzw. im schweizerischen Gesundheitswesen. www.intergenerika.ch

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